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Mit einem Waldspaziergang rund um den Pechpfuhl ist die Projektwoche „Stadtgrün statt grau“ am Montagnachmittag gestartet. Rund 35 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Einladung von Revierförster Lukas Rolle, um den heimischen Wald aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.
Während des knapp zweistündigen Rundgangs vermittelte der Förster anschaulich die Bedeutung des Waldes als Lebensraum, Klimaschützer und Erholungsort. Ein zentrales Thema war dabei der notwendige Umbau der Wälder. Ziel der Forstwirtschaft sei es, den Anteil an Laubbäumen schrittweise zu erhöhen und die bislang dominierenden Kiefernbestände langfristig zu reduzieren. Mischwälder gelten als widerstandsfähiger gegenüber Klimaveränderungen und bieten zugleich mehr Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Ein weiterer, entscheidender Vorteil ist dabei ihre Fähigkeit, die Grundwasserneubildung zu steigern, was gerade in Zeiten zunehmender Trockenperioden von zentraler Bedeutung ist.
Ein besonderes Augenmerk legte Lukas Rolle auch auf die Herausforderungen durch invasive Arten. So breitet sich vor allem die Spätblühende Traubenkirsche in unseren Wäldern stark aus. Da sie weder heimisch ist, noch von Wildtieren wie Rehen gefressen wird, hat sie kaum natürliche Feinde und verdrängt zunehmend andere, heimische Pflanzenarten. Gleichzeitig erschweren hohe Rehbestände die natürliche Verjüngung des Waldes, da junge Triebe heimischer Laubbäume bevorzugt verbissen werden. Auch hier sei ein ausgewogenes Gleichgewicht notwendig, das zunehmend durch den Menschen unterstützt werden müsse, obwohl dieser mehr oder weniger die Ursache des Ungleichgewichts darstellt.
Außerdem ging Lukas Rolle auch auf die Bedeutung von Totholz ein und warum der Wald nicht „aufgeräumt“ werden sollte. Totholz, also abgestorbene Äste und umgestürzte Bäume, gilt als wertvoller Lebensraum für zahlreiche Insekten, Pilze und Kleinstlebewesen. Es trägt maßgeblich zur Artenvielfalt bei und zeigt, wie jeden Tag aus altem Leben neues Leben entsteht.
Der Waldspaziergang bildete den gelungenen Auftakt der Projektwoche „Stadtgrün statt grau“, die mit vielfältigen Angeboten dazu einlädt, sich aktiv mit den Themen Nachhaltigkeit und Stadtgrün auseinanderzusetzen. Der Staudenmarkt, das Finale der Projektwoche, findet dann diesen Samstag, ab 10.00 Uhr auf dem Rathausplatz statt.