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Groß Schulzendorf

In dem Dorfe, das heute Groß Schulzendorf heißt, wohnten früher viele Leute, die Schulze hießen. Es waren alles große Männer. Und deshalb nannte man den Ort „Groß Schulzendorf“.

So wurde dies 1929 nach W. Reichner schriftlich mitgeteilt (Quelle: Sagen und Geschichten aus dem Kreis Teltow, 1932). Eine Sage!

Informationen
Ortsvorsteher:Eckehard List
Einwohner:584
Fläche:12,13 km²
Erste urkundliche Erwähnung:1346

Dieser Name bürgerte sich ein, als nach den Befreiungskriegen das Amt Zossen in Privatbesitz gelangte. Auch die bisher geleisteten Dienste und Naturalabgaben der Bewohner wurden abgelöst. Früher hieß das Dorf nur „Schulzendorf“, weil es kein anderes Dorf gleichen Namens gab oder „Schulzendorf an der Wiese“, womit die Lage an der großen Herrenwiese zwischen Jühnsdorf und Löwenbruch bezeichnet werden sollte.

Den unterscheidenden Zusatz „Groß“ führt das Dorf also erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, da es notwendig wurde, drei Ortschaften gleichen Namens im Kreis zu unterscheiden. Ein Schulzendorf behielt seine Bezeichnung ohne Zusatz im Hauptkreis Teltow. Ein kleineres Schulzendorf lag im Amtskreis Trebbin – heute „Klein Schulzendorf“, unser Schulzendorf lag im Amtskreis Zossen, führt die Ortsbezeichnung Groß Schulzendorf.

Das Dorf ist ein Angerdorf. Nach Angaben des „Historischen Ortslexikons für Brandenburg, Teil IV, Teltow“ wurde „Schultendorf“ 1346 erstmals erwähnt, 1430 „Scholtendorf“ zu „Schultzendorf“. Ältere urkundlich belegte Nachrichten über die Dorfgründung sind nicht bekannt. Um 1800 hatte das Dorf 150 Einwohner. Dazu gehörten eine Schmiede, ein Dorfkrug und eine Windmühle (seit 1671). Die Einwohnerzahl stieg kurz vor dem 1. Weltkrieg auf 595.

Viele Flüchtlinge kamen nach dem 2. Weltkrieg in die Landgemeinde, einige blieben und haben hier eine neue Heimat gefunden.

Auf der Dorfaue befindet sich die aus dem Mittelalter stammende ursprünglich rechteckige Kirche mit einem aus Feldsteinen zusammengefügten Mauerwerk. Die Fundamente errichteten die Flamen vor 700 Jahren, als sie unter dem Geleit der Askanier das damals slawische Land besiedelten.

In der friderizianischen Zeit wurde nach Westen hin ein barocker Turm mit verhältnismäßig schwachen Mauern angebaut. Eine Wetterfahne auf dem hölzernen Turmaufbau zeigte die Jahreszahl 1744. 1896 erfolgte der Umbau der Dorfkirche zu einer Kreuzanlage. Glockengießer Heintze goss die Glocke. Sie trägt die Jahreszahl 1773. Zur Kirche gehört ein Kelch, Silber vergoldet (um 1740). 2008 wurde die Restaurierung des hölzernen Glockenturms abgeschlossen und der Turm erstrahlt in neuem Glanze.

Auf dem gepflegten Dorfanger mit der Pfarrkirche befinden sich die sogenannte Friedenseiche, das restaurierte Kriegerdenkmal (1914 – 1918) und das um die Jahrhundertwende erbaute Schulgebäude. Ansehenswert sind die gut erhaltenen Dreiseit- und Vierseithöfe. Leider sind nur noch zwei Fachwerkhäuser erhalten.

Sehenswert in Groß Schulzendorf

Dem müden Reisenden bietet der 1879 errichtete Landgasthof „Alte Dorfkrug“ in Groß Schulzendorf eine Stärkung. Das Haus wird in der dritten Generation von Fredy Spahn geführt und nicht nur beim alljährlichen Gießkannenfest ist dort etwas los.

Vor der Tür des Landgasthofes richtet sich der Blick auf die Dorfkirche, mit ihrem 2007 sanierten hölzernen Kirchturm und dem aufwendig farbenfrohen Kirchenfester. Die Dorfkirche von Groß Schulzendorf hat eine lange, wechselvolle Geschichte hinter sich. Der Ort wird 1346 erstmals urkundlich als Schultendorf erwähnt.

Ob zu diesem Zeitpunkt schon eine Kirche bestand, ist ungewiss. Jedenfalls birgt die Kirche zwischen Turm und Kirchenschiff eine sehr alte Mauer aus unbehauenen Feldsteinen. Ursprünglich ist sie wohl als kleine, einschiffige Dorfkirche ohne Turm gebaut. 1744 ist dann der Kirchturm erbaut worden. 1896 wurde sie durch ein Querschiff erweitert und nach Osten hin verlängert. So entstand eine für unsere Gegend eher ungewöhnliche Kirchenform: Eine Kirche mit Vierung, die als Grundriss ein Kreuz hat.