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Wozu sind Kriege da?

Mittwoch, 24.01.2024

Lesekreis im Kiez-Treff-Lu-West diskutierte zum Thema „Krieg und Frieden in der Literatur“

Das erste Treffen des Lesekreises „Lesen und mehr“ im neuen Jahr war einem Thema gewidmet, das Lew Tolstoi in seinem berühmten historischen Roman verarbeitet hat und das gegenwärtig wieder von ungeahnter Aktualität ist: Krieg und Frieden.

Die Zahl der literarischen Texte, ob als Lied, als Gedicht, als Sachtext oder Roman, die sich mit diesem Thema beschäftigen, ist riesig, und so konnte an diesem Nachmittag nur eine kleine Auswahl einbezogen werden. An der sehr angeregten und emotional geführten Diskussion konnte man spüren, wie sehr das Thema Krieg und Frieden die Menschen (wieder) bewegt.

Eine Teilnehmerin gab dem Gespräch durch einen berührenden Song von Udo Lindenberg die Richtung. In dem Lied fragt ein 10-jähriger Junge: „Keiner will sterben, das ist doch klar. Wozu sind dann Kriege da?“

Welche Rolle diese Frage in Literatur und Kunst spielt, zeigen Texte von Erich Maria Remarque, Bertolt Brecht, Wolfgang Borchert, Gedichte und Lieder aus der Zeit der Napoleonischen Kriege, Texte über den Dreißigjährigen Krieg oder Michail Scholochows „Ein Menschenschicksal“ – viele Beispiele wurden genannt und mit dem Blick auf das aktuelle Weltgeschehen betrachtet.

Bei Bertolt Brecht berühren z. B. seine eindringliche Bitte an seine Landsleute: “Zieht nun in neue Kriege nicht…“ und sein Appell an die Verantwortung der Frauen und Mütter, “den Krieg zu dulden oder nicht zu dulden“. Daraus entstand die interessante Diskussion, ob mehr Frauen in den entsprechenden Machtpositionen die Welt friedlicher machen würden.

Textstellen aus Remarques Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ hinterließen bei den Zuhörern einen Eindruck von den Zweifeln, der tiefen Verunsicherung und Resignation der jungen Männer, die als Soldaten im Ersten Weltkrieg auf Befehl den „Heldentod“ starben, ohne wirklich zu wissen, wozu dieser Krieg da war.

Der Lesenachmittag konnte nicht alle Aspekte des umfassenden und vielschichtigen Themas aufgreifen, aber er hat bei den Anwesenden mit Hilfe der Literatur Fragen aufgeworfen, zum genaueren Nachlesen angeregt und sicher auch nachdenklich gemacht. Cicero, einem berühmten römischen Konsul 63 v. Chr., wird der Ausspruch zugeschrieben: „Der ungerechteste Frieden ist immer noch besser als der gerechteste Krieg.“ Darüber lohnt es sich auf jeden Fall weiter nachzudenken.

Der nächste Lesenachmittag im Kiez-Treff findet am Dienstag, dem 06.02.24, bzw. jeden ersten Dienstag eines Monats von 14.00 bis 16.00 Uhr gemeinsam mit dem Ludwigsfelder Geschichtsverein statt. Interessenten sind wieder herzlich willkommen.