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Sicherer Arbeitsplatz bei der Stadt

Donnerstag, 22.07.2021

Recruiterin Djamila Peter über Kampagnen, zukünftige Herausforderungen und Bewerbungstipps

In der Vergangenheit gab es vor allen an den Bushaltestellen viele kreative Plakatkampagnen, die die Ludwigsfelder oft zum Schmunzeln brachten und dabei das Ziel hatten, auf offene Stellen bei der Stadt Ludwigsfelde aufmerksam zu machen. Auch am Kreisverkehr am Bahnhof und am Bahnhof selbst gab es positiv provozierende Ideen zur Personalgewinnung. Wie erfolgreich waren die Aktionen schlussendlich? Konnten dadurch neue Mitarbeiter eingestellt werden?

Djamila Peter: Ja, die Aktionen haben viel Aufmerksamkeit erzeugt. Genau das wollten wir erreichen. Ich kann mich besonders an eine Geschichte gut erinnern: Ein Mitarbeiter von uns, der heute im Sachgebiet Verkehrsinfrastruktur arbeitet und sich um Themen wie den Straßenbau oder die Straßenbeleuchtung in unserer Stadt kümmert, ist damals regelmäßig durch den Kreisverkehr am Bahnhof gefahren und hatte so unsere Aufschrift „Pendeln nervt“ gelesen. Irgendwann scheint das Pendeln so sehr genervt zu haben, dass er sich die Stellenanzeige auf unserer Homepage durchgelesen und sich beworben hat. Das ist natürlich der Idealfall, aber genau da scheinen wir dennoch den Nerv getroffen zu haben. So haben wir eine qualifizierte Fachkraft für uns gewinnen können und sind heute glücklich über diese und alle anderen gelungenen Kampagnen.

Der Aspekt des Pendelns wird immer bedeutsamer bei vielen Menschen, denn Wegezeit = Lebenszeit. Die gute Anbindung in Ludwigsfelde zur Hauptstadt sowie der Zuzug – wenn ich da an den Rousseaupark denke – können noch viele Möglichkeiten für uns in der Personalgewinnung bieten, die wir als Stadt Ludwigsfelde nutzen möchten.

Gibt es schon Ideen für neue Kampagnen im Stadtgebiet?

Djamila Peter: Ja, wir haben schon einige neue Ideen, die wir momentan gemeinsam mit der Pressestelle und dem Stadtmarketing entwickeln und umsetzen möchten. Die interne Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen ist von großer Bedeutung, denn so profitieren wir als Personalabteilung direkt und schnell von den Ideen aus diesem Bereich. Das unterstützt und erleichtert uns die Arbeit im Prozess der Personalgewinnung. Auch die besondere Situation der Pandemie bietet neue Möglichkeiten – viele Menschen sehnen sich nach mehr Sicherheit oder haben gar ihren Job verloren.

Warum sollte sich jemand aus Ihrer Sicht bei der Stadt Ludwigsfelde bewerben? Was macht die Stadt als Arbeitgeber denn besonders attraktiv?

Djamila Peter: Wie bieten einen vielseitigen und sicheren Arbeitsplatz. Das höre ich derzeit vermehrt in den Bewerbergesprächen. Außerdem bieten wir sinnstiftende Tätigkeiten: egal ob Erzieher/in, Feuerwehrmann/-frau, IT-Experte-/in Baumkontrolleur, Hausmeister oder Verwaltungsmitarbeiter/in. Was uns ebenfalls neben der attraktiven Bezahlung des TVÖDs, der Jahres-und Sonderzahlungen sowie dem Zuschuss zur Betriebsrente auszeichnet, sind flexible Arbeitszeiten sowie Home-Office Möglichkeiten. Es gibt keine Kernzeiten bei uns. Die Zeiten sind individuell je nach Sachgebiet und können im Team besprochen werden. Die Vereinbarkeit von Beruf- und Familie liegt uns sehr am Herzen. Die gute Infrastruktur sowie die Nähe zur Hauptstadt zeichnen uns ebenfalls aus und sind sicherlich für die eine oder andere Familienmutter bzw. Familienvater essentiell.

Welche freien Stellen sind in diesem Jahr noch in welchen Sachgebieten zu besetzen und werden ausgeschrieben?

Djamila Peter: Der Recruitingplan für das laufende Jahr steht. Wir suchen vor allem perspektivisch aufgrund des Zuzuges und dem Bau der neuen Schulen und der neuen Kita eine Menge pädagogisches Personal. Demnächst werden auch Stellen aus unserem Sachgebiet Finanzen und Sachbearbeitungsstellen für den Tiefbau, für die Stadtentwicklung sowie für den Kommunalservice, die sogenannten „grünen“ Berufe, veröffentlicht.

Wo finden potentielle Bewerber die freien Stellen bei der Stadt Ludwigsfelde?

Djamila Peter: Unsere Stellen werden immer auf unserer Homepage www.ludwigsfelde.de/jobs veröffentlicht. Weitere Portale sind die Stellenportale wie bund.de, interamt.de, die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit sowie die sozialen Medien, wie z.B. Facebook und auch über unseren WhatsApp-Kanal. Außerdem platzieren wir unsere Anzeigen auch gerne in den Printmedien, wie z.B. den Ludwigsfelder Boten sowie ab und an auch in fachspezifischen Zeitschriften.

Für Bürger sind die internen Abläufe zur Neubesetzung einer Stelle oft nicht nachvollziehbar oder sichtbar. Wie läuft denn ein gewöhnlicher Bewerbungsprozess bei der Stadt Ludwigsfelde ab?

Djamila Peter: Der öffentliche Dienst somit auch die Stadt Ludwigsfelde sind an gesetzliche Bestimmungen, wie z. B. der Bestenauslese gebunden. Dies bietet für alle Bewerber/-innen einen entscheidenden Vorteil: jede Bewerbung wird gleich behandelt- somit erhält jede/-r Bewerber/-in die gleiche Chance, auch weil allen Kandidaten im Bewerbungsgespräch dieselben Fragen gestellt werden. An allen Vorgängen im Personalauswahlverfahren sind unsere Gremien, so auch unser Personalrat, den gesamten Prozess über beteiligt.

Bevor eine Stelle veröffentlicht wird, laufen Wochen zuvor schon viele Arbeitsschritte. Zuerst wird eine Stelle intern beschrieben und bewertet. Anschließend wird ein Kandidatenprofil erstellt, wobei die gewünschte Qualifikation, die Berufserfahrungen und die Skills festgelegt werden. Anschließend stelle ich mir die Frage „Wen suchen wir hier überhaupt?“ - ich definiere also erst einmal eine Zielgruppe. Daraus kann ich gemeinsam mit unserer Stadtmarketingabteilung genau erkennen, wo die Anzeige am sinnvollsten platziert werden sollte. Sobald die ersten Bewerbungen eingehen, werden sie erfasst und gesichtet. Nach der Ausschreibungsfrist findet eine erste Vorauswahl in enger Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet statt. Anschließend werden die Einladungen zu einem Vorstellungsgespräch oder einem Einstellungstest versendet. Ob nur ein Gespräch stattfindet oder eben auch ein Test, hängt von der jeweiligen Position ab. Direkt nach den Gesprächen oder der Tests erfolgt eine umfangreiche Auswertung. Dies ist der spannendste Abschnitt wie ich finde, denn hier stellt sich oft heraus, dass die Bewerbung, die uns eingangs von den schriftlichen Unterlagen her am meisten zusagte, meistens nach den Gesprächen nicht mehr unser Favorit ist. Nach jedem Bewerbungsgespräch werden die gestellten Fragen ausgewertet und bepunktet, sodass alle Bewerber*innen miteinander verglichen werden können. Am Ende kommt es dann hoffentlich seitens der Bewerberin bzw. des Bewerbers zu einer Zusage, sodass einer Einstellung nichts mehr im Wege steht.

Hat sich denn die Zahl der Bewerbungen nach einem, sehr durch die Corona-Pandemie geprägten Jahr verändert?

Djamila Peter: Ja, die Anzahl der Bewerbungen hat deutlich zugenommen. Das erklärt sich mit Sicherheit mit der steigenden Arbeitslosigkeit sowie dem Wunsch nach mehr Sicherheit jedes Einzelnen. Die Pandemie eröffnet neue Wege und evtl. auch neue Betrachtungsweisen der Wertevorstellungen sowie eine neue Orientierung der Bedürfnisse des Bewerberkreises.

Vor welchen Herausforderungen steht die Stadt bzw. die Verwaltung in den kommenden Jahren?

Djamila Peter: Ganz klar der demografische Wandel und damit verknüpft auch der Fachkräftemangel. Viele Mitarbeiter arbeiten schon Jahrzehnte bei der Stadt. Bei Renteneintritt verlassen uns damit nicht nur die Mitarbeitenden selbst, sondern auch jede Menge Fachwissen. Den Übergang – so auch den Wissenstransfer – zu ermöglichen, ist eine der herausforderndsten Aufgaben. Damit einher geht auch die Digitalisierung. Wir entwickeln auch hier neue Lösungen, wie z. b. dem e-Recruiting, um in der schnelllebigen Welt mithalten zu können. Besonders dem öffentlichen Dienst hängt der Ruf einer langatmigen Arbeitskette nach.

Zum Abschluss: Welchen Tipp können Sie Bewerbern mit auf den Weg geben

Djamila Peter: Es unbedingt mit einer Bewerbung zu probieren. Ich erlebe es vermehrt, dass sich die Bewerber/-innen nicht trauen zu bewerben, weil die aus der Stellenanzeige gestellten Anforderungen nicht erfüllt bzw. nur teilweise nicht erfüllt werden. Wir Personaler erstellen die Kandidatenprofile so, dass am Ende der optimale Wunschkandidat dabei herauskommt. Den gibt es aber in den seltensten Fällen. Bei einer Stellenanzeige werden immer „Muss“ und „Kann“ Kriterien formuliert. Ein „Muss“ Kriterium sind z. B. die geforderten Qualifikationen, wie z. B. eine Ausbildung oder ein Studium Abschluss. Wohingegen „Kann“ Kriterien beispielsweise mit dem Zusatz „wünschenswert“ formuliert werden.

Im Bewerbungsprozess freuen wir uns auf vor allem in den Vorstellungsgesprächen über authentische und vorbereitete Bewerber*innen. Sicherlich möchte sich jeder bei der Vorstellung von der besten Seite präsentieren, allerdings bringt es nichts sich zu verstellen. Denn am Ende wollen ja auch die Bewerber*innen ins Team passen und da können wir eben nur aus der Vorstellung heraus einen ersten Einblick gewinnen.