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Regionalmeisterschaft „Straßenfußball für Toleranz“

Donnerstag, 28.08.2025

Fairplay, Vielfalt und Mitbestimmung im Fokus

Die Regionalmeisterschaft Teltow-Fläming im Rahmen des Projekts „Straßenfußball für Toleranz“ lockte vergangenen Freitag zahlreiche Gäste auf den Sportplatz in der Albert-Schweitzer-Straße. Kinder, Jugendliche und Erwachsene traten in vier Altersklassen gegeneinander an, doch im Mittelpunkt standen nicht allein Tore und Tabellenplätze, sondern Fairplay, Mitbestimmung und gesellschaftliche Vielfalt.

Die Veranstaltung wird von der DRK Jugendarbeit Ludwigsfelde gemeinsam mit der Brandenburgischen Sportjugend organisiert und ist Teil der landesweiten Straßenfußballmeisterschaft, die Jugendliche aus ganz Brandenburg zusammenbringt. Die besten Teams aus Ludwigsfelde konnten sich für das große Landesfinale qualifizieren.

Bei „Straßenfußball für Toleranz“ zählt nicht nur das sportliche Ergebnis: Vor jedem Spiel legen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigenständig Zusatzregeln fest. Damit übernehmen sie Verantwortung und erleben, wie demokratisches Miteinander in der Praxis funktioniert. Außerdem begleiten keine Schiedsrichter, sondern ausgebildete Teamerinnen und Teamer die Spiele, moderieren bei Konflikten und fördern einen respektvollen Umgang. Neben der Anzahl der Tore fließt eine separate Fairplay-Wertung in die Gesamtwertung ein und macht deutlich, dass soziales Miteinander genauso wichtig ist wie sportlicher Erfolg.

Eröffnet wurde die Meisterschaft von Michael Stärk, Vorsitzender der Brandenburgischen Sportjugend im Landessportbund Brandenburg e. V., Björn Schreiber, Geschäftsführer des Landesjugendrings Brandenburg e. V.,  Patrick Walter, Sozialarbeiter im DRK Jugendzentrum in Ludwigsfelde, Monika von der Lippe, Fachbereichsleiterin für Soziales, Familie, Sport und Kultur in Ludwigsfelde, sowie Steffen Freiberg, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Straßenfußballprojektes betonte Monika von der Lippe die Bedeutung des Formats für die Stadt Ludwigsfelde: „Seit dem Projektstart im Jahr 2000 hat sich dieses Format zu einem echten Vorzeigeprojekt entwickelt und wir als Stadt Ludwigsfelde sind stolz, dass wir von Anfang an ein fester Bestandteil der Erfolgsgeschichte sind – als Austragungsort, als Ausbildungsstandort für die Teamerinnen und Teamer und als engagierte Kommune, die sich für Toleranz, Teilhabe und demokratische Bildung stark macht.“

Minister Steffen Freiberg nutzte die Gelegenheit für sehr persönliche Worte: „Ich bin in solchen Vierteln aufgewachsen, wir haben auf Schotter gekickt und wenn wir das damals schon gehabt hätten, dann wäre das echt geil gewesen. Ich hoffe, dass hier friedlich gespielt wird, dass alle fair miteinander umgehen und dass alle gesund vom Platz gehen. Das Entscheidende ist, dass ihr hier zusammenkommt und das Turnier selbst organisiert habt, mittlerweile über viele Jahre. Das verdient meinen Respekt und meinen herzlichen Dank an die Organisatoren.“

Das Turnier bot allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen – unabhängig von Geschlecht, sozialem Hintergrund oder Migrationsgeschichte – die Möglichkeit, Teil einer lebendigen, inklusiven Gemeinschaft zu sein und demokratisches Handeln auf spielerische Weise zu erfahren. Veranstaltungen wie diese setzen ein starkes Zeichen für Toleranz, Partizipation, Integration, Fairplay und lokale Jugendkultur.

Bilder der Siegerehrung: © DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald e. V.

Hintergrund des Projektes
„Straßenfußball für Toleranz“ wurde im Jahr 2000 von der Brandenburgischen Sportjugend ins Leben gerufen. Das Konzept basiert auf einer Idee aus Kolumbien, wo Fußball in den 1990er Jahren als Mittel der Gewaltprävention unter Jugendlichen eingesetzt wurde. Ziel des Projektes ist es, Jugendliche, insbesondere auch solche mit Migrationshintergrund oder aus sozial benachteiligten Gruppen, für Mitbestimmung, Fairness und demokratisches Handeln zu begeistern. Gespielt wird ohne Schiedsrichter, die Jugendlichen legen selbst Regeln fest, und soziale Kompetenzen sowie Fairplay stehen neben dem sportlichen Wettbewerb im Mittelpunkt. Seit 2016 gibt es eine landesweite Straßenfußballmeisterschaft mit mehreren Regionalturnieren und einem großen Finale. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Wilhelm Wernicke Preis der Hertha BSC Stiftung, und dient heute als Modell für erfolgreiche Integrations- und Demokratiearbeit durch Sport.