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Natur im Siedlungsraum

Montag, 23.11.2020

Grünsteifen Ludwigsfelde e. V. spricht sich gegen Schottergärten aus

„Wir wollen die Menschen in Ludwigsfelde davon überzeugen, lebendige Gärten anzulegen. Gärten, die Schmetterlingen, Vögeln und Hummeln Lebensraum bieten, die saubere Luft produzieren und zur Abkühlung unserer Siedlungen beitragen, statt sie immer wärmer zu machen“, erklärt Liza Ruschin, Vorsitzende des Grünstreifen Ludwigsfelde e. V.. „Ein steriler Schottergarten ist das genaue Gegenteil all dessen.“

Schottergärten zeichnen sich dadurch aus, dass die Flächen mit Steinen geschottert wurden und nur wenige, meist exotische Pflanzen wie Thuja, Pampasgras oder Kirschlorbeer darin zu finden sind. Anders als echte Steingärten, welche natürliche Felslebensräume nachbilden und Lebensraum für Wildpflanzen, Eidechsen, Insekten und Spinnen bieten können, sind Schottergärten meist ein ökologischer „Totalausfall“.

Vorstandsmitglied Christopher Riemann-Böhm betont, dass moderne Schottergärten keineswegs pflegeleicht sind – auch wenn das immer wieder behauptet wird. Denn zwischen den Steinen kämpfen sich mit der Zeit Wildkräuter und Gräser hindurch. Ihnen reicht als Grundlage, was der Wind heranweht. Wird ein Schottergarten nicht aufwändig sauber gehalten, erobert ihn die Natur Stück für Stück zurück.

Daher appelliert der Grünstreifen Ludwigsfelde e.V. an die Ludwigsfelderinnen und Ludwigsfelder, ihre Gärten stattdessen naturnah zu gestalten. „Angesichts des Klimawandels, des Insektensterbens und des allgemeinen Artenrückgangs sollten wir alle der Natur zumindest in unseren Gärten einen kleinen Rückzugsraum zugestehen“, erklärt Christopher Riemann-Böhm. Zudem führt ein geschotterter Garten zu einer unnötigen Versiegelung des Bodens, wodurch Niederschlag nicht vor Ort versickern kann und bei Starkregenereignissen das Risiko für Überflutungen in der Nachbarschaft führt.

„Die Rechtslage in Brandenburg ist eindeutig“, appelliert der Verein. Damit haben die Ämter in Brandenburg eine stabile Grundlage, um gegen die ‚Gärten des Grauens‘ vorzugehen. Zwangsmaßnahmen sollten aber nur ein letztes Mittel sein. „Zunächst ist es aus unserer Sicht wichtig, die Ludwigsfelderinnen und Ludwigsfelder über die bestehenden Vorschriften und die Gründe, die gegen die ökologisch völlig wertlosen Gärten sprechen, zu informieren. Dazu wünschen wir uns eine breite Diskussion in der Öffentlichkeit. Eine Informationsveranstaltung, den der Verein zu dem Thema durchführen wollte, musste coronabedingt verschoben werden und wird voraussichtlich im nächsten Jahr nachgeholt. Darüber hinaus möchte der Verein im kommenden Frühjahr den schönsten naturnahen (Vor-)Garten in Ludwigsfelde prämieren.