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Müll, soweit das Auge reicht

Dienstag, 29.06.2021

Kommunalservice kommt mit der Reinigung kaum hinterher

Die Empörung im Ludwigsfelder Bürgerforum auf Facebook ist groß, wenn Fotos, beispielsweise vom Siethener See oder Skatepark veröffentlicht werden, auf denen Müll aller Art zu erkennen ist, der achtlos herumliegt – gewesen sein, will es aber keiner. Gerade in den vergangenen Monaten ist das Müllaufkommen im gesamten Stadtgebiet wieder erheblich gestiegen. Die 353 Mülleimer im Gebiet der Kernstadt sowie 161 Mülleimer in den Ortsteilen sind täglich randvoll gefüllt. Hausmüll, Sondermüll oder gewerblicher Abfall – in den Behältern findet sich alles an, was selbst nur ungern entsorgt werden möchte.

„Mittlerweile haben wir drei Mitarbeiter ganztägig an jedem Wochentag im Einsatz, um die Mülleimer zu leeren und kommen dem großen Müllaufkommen noch immer nicht hinterher“, berichtet Kommunalservice-Leiterin Evelyn Stöber verzweifelt. „Wenn wir die Behälter an einem Tag geleert haben, sind sie am nächsten Tag wieder voll und der Rest verteilt sich daneben. Selbst am Friedhofseingang werden Hausmüll und Gartenabfälle einfach abgeladen“, erklärt sie. Normal sei eigentlich eine Entleerung 2,5 Mal pro Woche. Eine Verbesserung der Situation sei nur möglich, wenn Mitarbeiter, die normalerweise fest mit anderen Aufgaben beschäftigt sind, abgezogen werden würden. Dann gäbe es an anderer Stelle jedoch wieder Engpässe.

Der kürzlich offiziell wiedereröffnete Skatepark wird gern als Musterbeispiel der Verschmutzung durch Jugendliche herangezogen. In Diskussionen in den sozialen Medien werden sogar Konsequenzen für die Jugendlichen im Skatepark gefordert, sollten sie ihn nicht endlich sauber halten. „Unsere Jugend ist, was das angeht, teilweise eine Katastrophe“, kommentierte ein Mitglied des Ludwigsfelder Bürgerforums ein Bild, das am Skatepark aufgenommen wurde.

Es ist aber falsch, immer die jungen Ludwigsfelder für dieses Problem verantwortlich zu machen. Denn sie sind es nicht, die Bauschutt, Dachpappe und Co. im Wald abladen. Sie sind es auch nicht, die Hausmüll und Gartenabfälle vor dem Friedhofsgelände abladen oder Sondermüll in den öffentlichen Mülleimern deponieren – das Problem erstreckt sich über mehrere Altersschichten. Der Ursprung des Problems entspringt vermutlich in einer Kombination aus Faulheit und Geiz, obwohl sich viele Abfälle beim Recyclinghof des SBAZV im Preußen-Park kostenlos bzw. kostengünstig entsorgen lassen.

Jeder Bürger und jede Bürgerin, und dabei spielt das Alter keine Rolle, sind in der Verantwortung, die Stadt sauber zu halten. Es gibt keinen Grund, seinen Müll in die Natur zu werfen oder davon auszugehen, dass einzig der Kommunalservice der Stadt für die Sauberkeit verantwortlich ist. Die Verantwortung beginnt bereits beim Wegschmeißen von Zigarettenstummeln, die bis zu 4.000 schädliche Inhaltsstoffe in sich tragen und dadurch mehr als 40 Liter Grundwasser verunreinigen können. Es sind also bereits die Kleinigkeiten, die Großes bewirken und verändern können. „Im Skatepark werden wir jetzt noch zusätzliche Mülleimer aufstellen“, verrät Evelyn Stöber und erklärt: „Wir können dort aber auch beobachten, dass die Nutzer den Müll einsammeln, um den Park ordentlich nutzen zu können.“

Dass der Müll die Ludwigsfelder nervt, zeigen die vielen privaten Initiativen, die sich in den vergangenen Jahren gefunden haben, um Müll im Stadtgebiet oder Wald zu sammeln. Eine Gruppe hatte vor zwei Jahren den Wald am Westverbinder vom Müll befreit. Anschließend hatten die beteiligten Kinder Bilder der Müllsammelaktion gemalt, die dann an den Bäumen angebracht wurden. Der Verein Ludwigsfelder Kieze organisiert regelmäßig Aktionen in der Waldsiedlung/Ludwigsdorf, um die umliegenden Wälder zu entmüllen. Und auch die Jugendlichen am Skatepark haben sich bereits mehrfach zusammengerauft und zahlreiche blaue Müllsäcke gefüllt. Es liegt also an uns allen, die Stadt sauber zu halten.