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In Ludwigsfelde lebten mit Stand vom 31.12.2019 4185 Bürger*innen mit einer Behinderung. Menschen, für die jeder Tag eine Herausforderung sein kann. Informationen und Unterstützung finden sie seit drei Jahren beim Behindertenbeirat der Stadt. Anfang 2017 machten sich Stadtverordnete Angelika Linke und LuKiss-Vorstandsmitglied Silvia Zahn über die Neugründung eines solchen Beirats Gedanken und suchten dafür Partner.
In kurzer Zeit entstand eine Initiativ-Gruppe zur Vorbereitung der Gründung eines Behindertenbeirates. Frau Angelika Linke setzte sich als Stadtverordnete dafür ein, dass in die StVV einen Antrag zur Berufung einer ehrenamtlichen Behindertenvertretung eingebracht wurde. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Ludwigsfelde beschloss im März 2018 in ihrer Änderungssatzung zur Hauptsatzung:
„§ 5a Behindertenbeirat
(1) Die Stadt richtet zur besonderen Vertretung der Gruppe der Menschen mit Behinderung in der Stadt einen Beirat ein. Der Beirat führt die Bezeichnung „Beirat für Belange von Menschen mit Behinderung“ (Behindertenbeirat) der Stadt Ludwigsfelde.“
Nach einem Aufruf, sich für die Mitarbeit im Beirat zu melden, wurden am 8. Mai 2018 die Mitglieder für den neuen Beirat in der StVV berufen. Die fünf ordentlichen Mitglieder sind derzeit:
Mario Mannewitz, Jana Völkert, Julia Reinke, Silvia Zahn, Maren Ruden

Deren Expertise wird ergänzt durch Diana Beck, Nadine Freitag, Christiane John, Gerald Lawrenz, Wenke Pedro und Gabi Walter, da der Beirat von Anfang an der Meinung war, die Erfahrungen und das Wissen möglichst aller Interessentinnen und Interessenten einzubeziehen.
Beiratsvorsitzende ist derzeit Maren Ruden, die zwei Stellvertreter sind Mario Mannewitz und Jana Völkert. Allerdings sind alle Beiratsmitglieder ständig bereit, an der gemeinsamen Aufgabe mitzutun – an dieser Stelle sei ein herzliches DANKE gesagt für unermüdliches Mitdenken und Mitarbeiten und Dranbleiben.
Von Beginn an und seitdem regelmäßig, werden die wichtigsten anstehenden Punkte der Arbeit des „Behindertenbeirates für Ludwigsfelde und seine Ortsteile“ zusammengetragen und aktualisiert.
Er will
Das bedeutet konkret bis jetzt: Etwa 1100 Emails, 29 Sitzungen und unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Seit dem ersten Tag des Wirkens ist in Ludwigsfelde vieles ins Rollen gekommen. Stadtverordnete, Mitarbeiter der Stadt- und Kreisverwaltung sowie Frau Antje Bauroth, die Kreis-Behindertenbeauftragte (sie versorgt uns stets mit für Behinderte relevanten Informationen, die sie über ihr Büro erhält) waren zu Gast beim Behindertenbeirat. Für die Zusammenarbeit ist Kommunikation besonders wichtig, deshalb bemüht sich der Beirat immer um Gespräche – z.B. einmal im Quartal mit dem Bürgermeister.

Mittlerweile hat die Barrierefreiheit am und im Rathaus zugenommen, Treppenstufen auf dem Rathausplatz wurden mit Sichtstreifen markiert, die schon ältere Metallrampe am Italiener wurde durch eine gepflasterte Rampe mit Gelände ersetzt, Fahrstühle im Rathaus wurden erneuert und mit Spiegeln an der Rückwand versehen, Behindertenparkplätze angehoben und vieles mehr.
Durch Initiative des Beirates gelang es u.a., die Ampelphase der Fußgängerampel am Kaufland/Fontanehof zu verlängern und QR-Codes für eine größere Ansicht der Fahrpläne an den Bushaltestellen der Kernstadt anzubringen.
Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter haben zumeist ein offenes Ohr für den Beirat, er erhält die Beschlussvorlagen der StVV und wird um Stellungnahmen z.B. zum barrierefreien Bauen, gebeten – genannt seien hier der Umbau der Kleeblatt-Grundschule und die Vorlage zu den Straßenbaustandards. Hier wurde die Stellungnahme 1:1 übernommen.

Vom Bauausschuss wird die Fachexpertise von Jana Völkert gern genutzt. Sie ist unermüdlich in Stadt, Stadtverordnetenversammlung und Verwaltung unterwegs und im Kontakt mit den Verantwortlichen. Den Vorsitzenden des Ausschusses, Silvio Pape, kann der Beirat bei Fragen jederzeit kontaktieren.
Mario Mannewitz vertritt den Beirat im Hauptausschuss, er regelt die digitalen Angelegenheiten des Beirates und informiert die Beiratsmitglieder regelmäßig über die für Behinderten relevanten Themen auf Stadt-, Kreis-, Landes- und Bundesebene)
Silvia Zahn fühlt sich für alles Organisatorische zuständig, Gabriele Walter besucht zuverlässig Ausschuss- und Stadtverordnetenversammlungen. Alle Beiratsmitglieder sind sehr aktiv und der Beirat setzt sich dafür ein, dass die Perspektive von Menschen mit Behinderung zukünftig noch stärker in alle Belange der Stadt einbezogen wird – das sollte in Ludwigsfelde zur Selbstverständlichkeit werden. Die Corona-Pandemie hat auch den Beiratsmitgliedern viel abverlangt und die Aufgabenvielfalt des Behindertenbeirates wird wohl auch in den kommenden Jahren nicht abnehmen. Er hofft z.B., dass es gemeinsam mit der Stadt gelingt, den Straßenübergang am Garten-Tor des Waldhauses so zu gestalten, dass er nicht mehr lebensgefährlich für Rollstuhl-Fahrer ist.
Ziel des Beirates ist es so viel wie möglich sichtbare und spürbare Erleichterungen für Bürger unserer Stadt, die mit Einschränkungen leben müssen, zu erreichen; in der Stadt mehr Präsenz zu zeigen und die Zusammenarbeit mit Vereinen, Institutionen und Unternehmen zu vertiefen. Ein Schritt hierzu ist z.B. die Kooperation mit der Wohnungsgesellschaft „Märkische Heimat“. Außerdem verlegt der Beirat seinen Sitz in die Potsdamer Straße 57c, neben das „Haus der kleinen Preise“.
Ehrenamtliches Engagement stellt alle Beteiligten derzeit vor große Herausforderungen, aber es ist immer spannend und man wächst daran.
Der Behindertenbeirat der Stadt Ludwigsfelde sagt allen Partnern und Mitstreitern DANKE für die bisherige Zusammenarbeit und hofft, dass es auch weiterhin gelingt, gemeinsam daran zu wachsen. M.R.