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Samstag, 22.03.2025

WARL Verbandsvorsteher, Christian Gibmeier, am Tag des Wasser im Interview

Der heutige Weltwassertag 2025 steht unter dem Motto „Die Erhaltung der Gletscher“. Passend dazu: Lassen Sie uns zumindest bei diesem Interview das Eis schnell schmelzen – Sie sind erst seit Kurzem Verbandsvorsteher des WARL. Was hat Sie an der Aufgabe besonders gereizt?

Die Möglichkeit zu haben, etwas für die Region und die Wasserwirtschaft zu bewegen. Ich denke, dass die nächsten Jahrzehnte für alle Teile der Infrastruktur Deutschlands herausfordernd und spannend werden.

Welche ersten Eindrücke haben Sie von Ludwigsfelde und der Wasserversorgung in der Region gewonnen?

Die Region selbst steht in meinen Augen sehr gut da. Gleiches gilt für die Wasserinfrastruktur.

Wir sind für die Zukunft also gut aufgestellt?

Mit dem Wachstum der Region folgt unweigerlich eine höhere Anforderung an die Wasserversorgung. Wir sind, ganz allgemein gesprochen, im oberen Bereich der Anlagenkapazität angekommen. In den kommenden Jahren müssen Anlagen erweitert und Rohrleitungen größer gebaut werden.

Aktuell läuft die Erschließung einer neuen Brunnengalerie bei Großbeuthen. Dort wurde ein Wasserrecht erfolgreich beantragt. Die Planungen für eine Erweiterung des Wasserwerks Ludwigsfelde laufen. Am Ende wird das zusätzliche Grundwasser nach Ludwigsfelde gefördert und auf dem Gelände des bisherigen Wasserwerks, in einer komplett neuen Aufbereitung zu Trinkwasser aufbereitet. Das schafft eine enorme Unterstützung für die bisherige Aufbereitungsanlage.

Welche Herausforderungen gibt es derzeit für die Wasserversorgung in unserer Region?

Uns beschäftigen dieses Jahr neben der angesprochenen Wasserwerkserweiterung mehrere Gesetze, die es gilt umzusetzen. Dazu gehören unter anderem Gesetze im Bereich unserer Grundwassereinzugsgebiete sowie IT-Sicherheit.

Ansonsten erwarten wir wieder hohen Auslastungen der Wasserwerke in trockenen Sommermonaten. Wir gehen davon aus, dass ab Juni/Juli wieder ordentlich Betrieb in unseren Werken und in den Leitungen sein wird. Wir sind vorbereitet.

Welche Rolle spielt der Klimawandel für die Wasserversorgung? Gibt es Maßnahmen, um sich an längere Trockenperioden oder veränderte Niederschlagsmengen anzupassen?

Der Klimawandel hat definitiv eine Rolle in unseren Betrachtungen. Wir gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit von trockeneren Sommern häufiger werden. Dementsprechend erschließen wir mehr Ressourcen, um im Falle mehr Wasser bereitzustellen.

Alle Bürgerinnen und Bürger, die von sich aus Wasser sparen und bspw. auf ein Sprengen des Rasens bei sommerlichen Temperaturen verzichten, möchte ich hierzu weiter ermuntern. Aber Stand heute ist eine uneingeschränkte Versorgung das Hauptziel – ungeachtet der Verwendung.

Ludwigsfelde wächst, aktuell leben rund 30.100 Menschen in Ludwigsfelde – wie wirkt sich das auf die Abwasserentsorgung aus?

Die Abwasseranlagen sind ausreichend gut bemessen. Wir können aktuell das Wachstum der Region mitgehen. Mittelfristig ist allerdings Handlungsbedarf zu erkennen, sofern der Trend anhält.

Immer wieder hört man von Fehlnutzungen der Kanalisation, etwa durch Feuchttücher oder Fettablagerungen. Ist das auch hier ein Problem, und was kann jeder Einzelne tun?

Feuchttücher gehören in den Müll und nicht ins Klo! Das ist bei uns auch ein Thema. Feuchttücher blockeiern den Kanal und die Laufräder von Pumpen. Das wiederrum kann im schlimmsten Fall zu einer Störung in der Entsorgung führen.

Beim Thema Fettablagerungen muss man differenzieren zwischen den gewerblich geprägten Indirekteinleitern und den Einleitern mit einer durchschnittlichen Abwasserzusammensetzung. Für die Indirekteinleiter gibt es Untersuchungen und Auflagen, damit Schäden an der Abwasserinfrastruktur abgewendet werden. Beim durchschnittlichen Einleiter sehen wir keine grundsätzlichen Probleme.

Man könnte daher - ähnlich wie beim Mülltrennen - überlegen, ob das, was man ins Klo schmeißt, dort wirklich hingehört.

Welche Schwerpunkte möchten Sie als Verbandsvorsteher setzen?

Für eine Antwort ist es noch zu früh. Ich sehe „Potential“ bei Digitalisierung, ob es das wird, entscheidet sich noch. Es wird davon abhängen, was nötig ist, um eine sichere Ver- und Entsorgung in den nächsten Jahren zu gewährleisten. Das schließt auch eine stabile wirtschaftliche Lage, sprich die Gebühren, mit ein.

Gibt es Ideen oder Projekte, um die Ludwigsfelder Bürger noch stärker für einen bewussten Umgang mit Wasser zu sensibilisieren?

Hierfür veranstaltet der WARL mit anderen Verbänden den Kinderwassertag. Dieser ist gleichzeitig auch ein Tag der offenen Tür. An diesem Tag sind ALLE willkommen und können sich aus nächster Nähe das Wasserwerk Ludwigsfelde anschauen.

Ich denke, viele Bürgerinnen und Bürger haben bereits ein gutes Bewusstsein entwickelt. Das mache ich an dem spezifischen Trinkwasser-Bedarf pro Kopf fest. Der liegt beim WARL in einem guten Bereich. Daher ist es weniger der Umgang an sich, auf den ich Aufmerksam machen möchte.

Hier möchte ich aber daran erinnern, dass Trinkwasser nicht selbstverständlich ist. Es steckt viel Arbeit drin… viel Herzblut von Kolleginnen und Kollegen des WARL und der DNWAB. Unsere Anlagen laufen 365 Tage am Jahr und wir sind mit der DNWAB 24 h am Tag für Störungen und Havarien in unserem Zuständigkeitsbereich erreichbar.

In diesem Jahr nimmt der WARL am mittlerweile schon traditionellen Fahrradkonzert teil. Was erwartet die Besucher bei Ihnen?

Diese Teilnahme soll eine Möglichkeit für einen anderen Kreis unserer Gemeinschaft bieten sich dem Thema Trinkwasserversorgung zu nähern. Während der Kinderwassertag eher auf Kinder und Ihre Eltern ausgerichtet ist, kann beim Fahrradkonzert der ein oder andere Radsportfan einen Blick in die Wasserwerkshalle werfen.

Aber für einen tieferen Blick in das Herz der Wasserversorgung von Ludwigsfelde empfehle ich den Kinderwassertag/Tag der offenen Tür am 06.06.2025. Beim Fahrradkonzert steht bewusst der Showact und das Fahrradkonzert selbst im Vordergrund, die wir gerne auf unserem Gelände begrüßen.

Haben Sie eine persönliche Botschaft zum Tag des Wassers für die Bürgerinnen und Bürger?

Wir haben gefühlt für alles einen Tag im Jahr. Der eine scheint mir bekannter als der andere… DIESER hier ist kaum bekannt, aber verdammt wichtig, weil er einfach mal an unsere Existenzgrundlage erinnert. Nicht mehr … nicht weniger …

Bitte vergesst diesen Tag nicht und wofür er steht.