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Gelebte Inklusion beim Tennisclub

Mittwoch, 22.09.2021

Landkreis Teltow Fläming fördert Blindentennis

Blitzschnelle Reaktionen, spontane Entscheidungen und eine gute Kondition – das verbindet man für gewöhnlich mit Tennis. Bianka Gräming und Lars Stetten, zwei Spieler vom Ludwigsfelder Tennisclub, haben das, und noch viel mehr. Sie hören die Details eines Schlagabtauschs, spüren wie der Ball kommt, fühlen das Spielfeld unter sich.

Was Zuschauer kaum für möglich halten, beweisen die beiden bei jedem Match: Bianka und Lars können weder Tenniscourt noch Ball oder Kontrahenten sehen, trotzdem kämpfen sie mit viel Erfolg um Satzbälle, Punkt und Siege. Bianka Gräming und Lars Stetten sind blind. Sie spielen beispielsweise mit speziellen Tennisbällen, die durch einen Rasseln zu lokalisieren sind. Optimal sind die Bedingungen für die beiden außerdem, wenn sie die Begrenzungen und Linien des Spielfeldes mit den Füßen spüren können. Dazu werden Belag und Linien aus besonderen Materialien präpariert.

Vor wenigen Tagen hat der Tennisclub Ludwigsfelde vom Landkreis das Okay bekommen, einen seiner vier Tennisplätze auf der Anlage zu überholen und für den Blindensport auszustatten. Einen entsprechenden Antrag des TC hatte der Kreisausschuss auf seiner jüngsten Sitzung befürwortet.

„Wir freuen uns riesig, denn das ermöglicht uns, die Trainings- und Spielmöglichkeiten für den Blinden- und Sehbehindertensport zu schaffen“ so Peter Gutsche, Sportwart und 2. Vorsitzender. Seit 2020 widmet sich der Tennisclub als erster Verein in der Region der Integration blinder und sehbehinderter Tennisspieler. Die in Japan entwickelte Disziplin wurde 2016 auch in Deutschland eingeführt. Daher sind die Strukturen zwar noch sehr jung, aber die Anzahl an Spielern wächst stetig.

Bianka Gräming und Lars Stetten fühlen seit dem ersten Tag beim Ludwigsfelder Tennisclub zu Hause. „Ich war komplett überwältigt vom Verein, sich so bereitwillig und spontan für eine unbekannte Sache zu öffnen und uns so vorurteilsfrei aufzunehmen. Unmittelbar nach unserer ersten vorsichtigen Kontaktaufnahme gab es bereits ein Feedback der Tennisleute zum ersten Treffen auf der Anlage und kurze Zeit später ein Probetraining“ berichtet die Deutsche Meisterin von 2020.

Für Bianka und Lars war es ein „umwerfender Moment“, der immer noch mitschwingt. Trainer Torsten Gutsche ist begeistert von der neuen Herausforderung und natürlich von seinen Schülern. „Mit ihnen gemeinsam haben wir auch die Möglichkeiten für Blindentennis innerhalb unserer Anlage ausgelotet und unter Beachtung der Empfehlungen der Gold-Kraemer-Stiftung analysiert. Noch findet das Training auf den klassischen Sandplätzen der Anlage statt, aber nach der Einrichtung des Platzes wird dieser prädestiniert für den Blindensport verwendet werden. Künftig werden sicher noch weitere Spieler unserer Region diese besonderen Trainingsbedingungen nutzen. Das ist gelebte Inklusion“, so der Vorstand.

Bianka Gräming gewann das internationale Freundschaftsturnier in Polen in der Klasse B1 am Wochenende 11. und 12. September 2021 und Lars belegte einen passablen 5. Platz bei den Männern.