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„Das bietet eine neue Qualität für den Wettkampfsport“ 

Dienstag, 16.08.2022

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie scheint aktuell Normalität eingekehrt zu sein. Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein und wie stark haben die vergangenen zwei Jahre Ihre Arbeit geprägt und verändert? 

Ja, der Eindruck einer Normalität zwingt sich uns allen bei geöffneten Geschäften und Restaurants, einem Regelbetrieb in Kindertagesstätten und Schulen und dem Wegfall der Maskenpflicht schon auf. Wie schnell es sich auch wieder in die andere Richtung entwickeln kann, haben vor allem die letzten Wochen im Rathaus gezeigt. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten sich innerhalb kürzester Zeit positiv auf das Corona-Virus getestet. Die Wiedereinführung der Maskenpflicht im Rathaus war dann eine notwendige Maßnahme, um die weitere Ausbreitung zu verhindern und den dauerhaften Dienstbetrieb auch im Sinne der Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen.

Für mich sind die gesellschaftlichen Folgen der Pandemie aber viel entscheidender. Im Pflegebereich etwa hat sich noch nichts spürbar geändert. Ich kann auch nicht feststellen, dass der Respekt voreinander in der Gesellschaft zugenommen hätte. Und die Politik und öffentliche Verwaltung betreffend hat das Misstrauen grundsätzlich zugenommen. So wie ich es in meiner Rede beim Frühjahrsempfang formuliert habe, geht aktuell Misstrauen vor Vertrauen. Das ist aber keine gute Basis für ein gemeinschaftliches Miteinander.

Können Sie dazu ein konkretes Beispiel nennen? 

In der Stadt hält sich nachhaltig das Gerücht, dass südlich des Preußenparks neue Wohnhäuser errichtet werden. Dabei müsste doch mittlerweile jeder und jedem bekannt sein, dass so etwas nicht im Rathaus einfach so entschieden werden kann, sondern - wenn überhaupt - nur über ein öffentliches förmliches Bebauungsplanverfahren erfolgen kann. Dafür sind öffentliche Beschlüsse der Stadtverordneten, eine förmliche Öffentlichkeitsbeteiligung und die Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange erforderlich. Nichts davon ist geschehen und dennoch halten sich hartnäckig diese Gerüchte.

Im März wurde erstmalig die 28.000 Einwohnermarke überschritten. Sie sagen, Sie sehen die Geschwindigkeit des Einwohnerwachstums kritisch, aber erkennen gleichzeitig die Chancen für die Stadt. Was kommt auf die Stadt in den kommenden Jahren zu? 

Die Feststellung der Einwohnerzahlen ist die nachträgliche Dokumentation dessen, was in unseren Entwicklungsprognosen bereits erkennbar war. Ausgehend von einer hohen Nachfrage nach Wohnraum, sowohl im Geschosswohnungsbau, als auch nach neuen und zum Verkauf angebotenen Eigenheimen. Man ist in den 2000er Jahren davon ausgegangen, dass sich etwa die Flächen in der Ahrensdorfer Heide über einen Zeitraum von 25 Jahren entwickeln wird. Dabei sollte dem demografischen Wandel mit einer sinkenden Kinderzahl und leerstehenden Wohnungen ein ausgleichendes Angebot gegenübergestellt werden. Es ging auch darum den, wegen zu geringen Kinderzahlen, gefährdeten Bestand an Kindertagesstätten und Schulen ein adäquates Nachfragepotential gegenüberzustellen. Im Grunde ist die damals gewünschte Entwicklung in den 25 Jahren auch eingetreten. Nur sind 80 Prozent der Nachfrage erst in den letzten 5 Jahren entstanden, was dazu führt, dass die soziale Infrastruktur dieser kurzfristigen Nachfrage nicht gerecht wird.

Wie ist der aktuelle Stand zum Mammutprojekt Schulbau?  

Ende der ersten Jahreshälfte wurden die Lastenhefte, also die räumlichen und schulpädagogischen Anforderungen, sowie die Umsetzung des Betreuungsangebotes in Horten und Junior-Clubs, final mit den Planern abgestimmt. Die Voruntersuchungen, wie Leitungswege, Artenschutz etc. auf den zu bebauenden Flächen laufen bereits. Der Bauzeitenplan liegt in Gänze vor und wird jetzt, bezogen auf die Einzelmaßnahmen, pro Schule und Turnhalle projektorientiert detailliert. Parallel dazu werden die Bauantragsunterlagen für die ersten beiden Schulen mit dem Ziel erstellt, die ersten Bauanträge bis zum Jahresende einzureichen. Im kommenden Jahr sollen dann die ersten baulichen Maßnahmen sichtbar werden.

Mit drei neuen Sporthallen ergeben sich für die zahlreichen Sportvereine der Stadt ganz neue Möglichkeiten. Welche Kapazitäten wird es dort für Vereine geben? 

Dass durch den Schulneubau mit der Errichtung neuer Sporthallen und Außenanlagen auch zusätzlich positive Effekte für den Vereinssport der Stadt entstehen, ist eine sehr gute Nachricht für die Sportvereine der Stadt. Aktuell haben wir eine unvermindert hohe Nachfrage nach Nutzungszeiten für die Sportvereine. Diese Situation wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass die städtischen Einrichtungen, etwa im Gegensatz zu den Sportanlagen in Trägerschaft des Landkreises, für unsere Vereine kostenfrei sind. Mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, jetzt auch am Schulstandort in der Ahrensdorfer Heide eine 3-Feld-Halle zu errichten, erweitert sich nun bei den Sporthallen das Angebot auf zusätzlich drei 3-Feld-Hallen. Als Maßstab der nutzbaren Sportfläche gibt es derzeit in Ludwigsfelde nur die Sporthalle am Gymnasium in dieser Größenordnung. Zudem werden die neuen Sporthallen auch Gemeinschaftsräume erhalten, in denen die nutzenden Sportvereine beispielsweise kleine Vereinssitzungen oder Schulungen für Trainer und Übungsleiter durchführen können.

Das Highlight wird die neue 3-Feld-Wettkampfhalle auf dem Schulcampus der Ersten neuen Grundschule und der Gesamtschule. Dort werden neben den Sportflächen auch Tribünen mit Plätzen für bis zu 500 Zuschauern errichtet. Zudem wird es auch dort einen größeren Gemeinschaftsraum, verbunden mit einem Catering-Bereich zur Versorgung der Zuschauer, geben. Das bietet für den Wettkampfsport in der Stadt eine neue Qualität und wird uns hoffentlich viele stimmungsvolle Sportveranstaltungen ermöglichen.

Im Mai und Juni konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen im Rahmen des Bürgerhaushalts einreichen. Die Ideen reichen von Mülleimern, Hundetoiletten, über Bolzplätze bis hin zu einer Eislauffläche. Was wünscht sich denn der Bürger Andreas Igel für die Stadt? 

Ich wünsche mir vor allen Dingen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger aktiv dieses neue Angebot des Bürgerhaushaltes nutzen. Oft melden sich Einwohner der Stadt mit dem Hinweis an Standort A oder B einen Papierkorb oder eine Bank aufzustellen. Der Bürgerhaushalt bietet auch die Chance, diese Maßnahmen zu bündeln und dann eben 10 Bänke und Papierkörbe auf einmal zu beauftragen und damit einen größeren Gesamtnutzen für uns alle zu schaffen. Mein persönlicher Wunsch für unsere Stadt kann vom Bürgerhaushalt nicht realisiert werden. Ich würde mir wünschen, dass in Zukunft weniger Müll auf die Straßen und Wege geworfen wird. Das würde uns allen ein schöneres und sauberes Ludwigsfelde bescheren!