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Der Flug zum Mond begann in Berlin Tegel und Kummersdorf

Montag, 26.01.2026

Der Flug zum Mond begann in Berlin Tegel und Kummersdorf

Die ehemalige Heeresversuchsstelle als Gedenkort gegen den Militarismus

Kummersdorf ist heute ein unscheinbarer Ort, ein beinahe vergessenes Gelände. Dabei gibt es über dieses Gebiet viel zu erzählen. Was heute im Verborgenen liegt, war einst ein geheimer Ort, Hier wurde über Jahrzehnte Militärforschung betrieben, hier befand sich ein riesiges Experimentierfeld für Waffentechnik, hier liegt die Geburtsstätte der Raketentechnologie.

Bereits im Dezember 1932 machte auf diesem Areal der damals 20 Jahre alte Raketeningenieur Wernher von Braun Versuche für seine Geheimdissertation über die Flüssigkeitsrakete. Diese Arbeiten führten zuerst zur Produktion von Hitlers sogenannter Vergeltungswaffe V2. Später wurde diese auch Grundlage für die Raumfahrt. 1967 startete die unter von Brauns Leitung in den USA entwickelte Saturn-Rakete mit der Apollo-Kapsel zum Mond.

Ursprünglich als Artillerieschießplatz entstanden, war Kummersdorf bei Ende des ersten Weltkriegs1918 bereits der zentrale Versuchs- und Erprobungsplatz des Heeres für neue Waffensysteme und Ausrüstung. Nach ihrer Machtergreifung 1933 investierten die Nationalsozialisten massiv in die Heeresversuchsanstalt und ihrer Waffenforschung.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der gesamte Komplex (das Freigelände und ca. 160 historische Bauten) Standort der sowjetischen Streitkräfte, auch der ehemalige Militärflugplatz Sperenberg gehörte zu dem Areal.

Seit 2007 steht das Gelände unter Denkmalschutz und ist das größte Flächendenkmal im Land Brandenburg. Heute betreibt ein Förderverein das historisch-technische Museum als Informationszentrum und Gedenkort gegen den Militarismus.

Willkommen im Klub hat für die Veranstaltung am 23.Februar um 18.30 Uhr profunde Experten ins Klubhaus Ludwigsfelde eingeladen.

Im Gespräch mit Detlef Olle ist der Raketenspezialist Dr.-Ing. Olaf Przybilski aus Dresden. Olaf Przybilski studierte Maschinenbau an der Dresdner Hochschule für Verkehrswesen „Friedrich List“, wo er auch 1991 promovierte. Bis 2016 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Luft- und Raumfahrttechnik mit einer Professur für Raumfahrtsysteme an der TU Dresden tätig.

Seit dem Flug des Menschen zum Mond begann sein Interesse an der Raumfahrt. 1986 wurde er bereits Gründungsmitglied des „Arbeitskreises Raumfahrt“ beim Kulturbund der DDR. Insgesamt erschienen von ihm zahlreiche Veröffentlichungen in den internen Mitteilungen, vorrangig über russische bemannte Raumfahrtmissionen und der deutschen Raketentechnik. Seine Forschungen zur Geschichte der Raketentechnik untersuchen die Raketen-Antriebstechnik des deutschen Heereswaffenamtes als technische Vorbilder für die Anwendung in der sowjet-russischen, französischen und amerikanischen Raketentechnik. Der erste Band über die „Raketentriebwerke aus dem deutschen Heereswaffenamt“ erschien 2014, und wurde später mehrfach aktualisiert. Dr Przybilski ist Vorsitzender des „Sächsischen Vereins für historisches Fluggerät e.V.“, Herausgeber der „Raketen*Post“, einem Infoblatt der „Raketenspezialisten in der Sowjetunion“ und ehemaliger, langjähriger Leiter der DGLR-Bezirksgruppe Dresden und des Fachbereichs Geschichte der Raumfahrt. Zuletzt wirkte er als Projektingenieur Raumfahrt in der „Air and Missile Defence Consulting GmbH“ bei München.

Sein Kommen hat auch Dr. Frank Reichherzer vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam angesagt.

Frank Reichherzer studierte an der „ Eberhard-Karls-Universität“ Tübingen und der Universität Florenz Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft und allgemeine Rhetorik. An der Uni Tübingen war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich „Kriegserfahrungen, Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit“. 2011 folgte Promotion zum Thema „Alles ist Front“ Wehrwissenschaften und die Bellifizierung der Gesellschaft vom 1. Weltkrieg bis in den Kalten Krieg.“ Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin. Als Gastwissenschaftler arbeitete er an den Universitäten Bologna, Rennes und der Sorbonne in Paris. Seit 2015 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Militärgeschichte bis 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam und seit 2018 Projektleiter. Dr. Frank Reichherzer kann auf zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen verweisen.

Im Gespräch sind wir auch mit Vertretern des Fördervereins Museum Kummersdorf e. V., dem langjährigen Vereinsvorsitzenden Ralf Kaim. mit Rita Maschke, die im Vorstand des Vereins für Presse und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist und dem Raketenfachmann des Vereins Sven Uwe Storm. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins engagieren sich für die Erforschung, Aufarbeitung und Bewahrung der Geschichte dieses militärhistorisch bedeutsamen Ortes. Mit Führungen, Vorträgen und dem Museum informieren sie über die Entwicklung der Heeresversuchsstelle, die 1875 als Schießplatz Kummersdorf gegründet wurde und über die Nutzung des Areals bis in die jüngere Vergangenheit. Besonderes Augenmerk legt die Ausstellung auf die Geschichte der Eisenbahnpioniere (auf dem Gebiet entstand später der ehemalige sowjetische Mitlitärflugplatz und die Garnison Sperenberg) sowie die Entwicklung der Raketen- und Atomtechnik.

Karten:

Ticketkasse im Klubhaus Ludwigsfelde:

Dienstag 13-17 Uhr

Mittwoch 9-13 Uhr.

Donnerstag 14-18 Uhr

Oder online unter  www.reservix.de