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Stadtteilrundgänge in Ludwigsfelde

Donnerstag, 23.11.2023

Ein Beitrag für gutes Wohnen im Alter

Das Thema „Wohnen im Alter“ gewinnt in der öffentlichen Diskussion an Bedeutung. Es besteht ein breiter Konsens darüber, dass die meisten Menschen in ihrem angestammten Wohngebiet, in ihrer eigenen Wohnung so lange wie möglich selbstbestimmt und selbständig leben möchten. Aber welche Voraussetzungen müssen dafür vorhanden sein? Der Seniorenbeirat der Stadt Ludwigsfelde geht bereits seit Jahren der Frage nach, wie Wohnquartiere beschaffen sein sollten, damit die Menschen, die dort leben, dort auch gut alt werden können.

Eine Methode, um Antworten auf diese Frage und praktische Lösungen für Probleme zu finden, sind seit 2018 die Ludwigsfelder kritischen Stadt- und Ortsteil-Rundgänge. Der Bürgermeister, Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wohnungswirtschaft und aus dem Senioren- und Behindertenbeirat machen sich gemeinsam mit Anwohnern und anderen Interessierten auf den Weg, um direkt vor Ort durch eigenes Beobachten und Erleben Unzulänglichkeiten aufzudecken und Möglichkeiten zur Verbesserung des Lebensumfeldes konkret zu benennen.

Nach dem nunmehr 8. Rundgang war es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Beim Senioren-Stammtisch zum Thema „Wo drückt der Schuh?“ wurde deshalb der Frage nachgegangen, was die bisherigen Stadt- bzw. Ortsteilbegehungen dazu beigetragen haben, die Stadt Ludwigsfelde altersfreundlicher zu machen und das Wohnumfeld der Anwohner*innen generationenübergreifend zu verbessern.

Dazu diskutierten am 24. Oktober im Stadt- und Technikmuseum Ludwigsfelde interessierte Bürger mit Bürgermeister Andreas Igel. Diskussionspartner waren auch Heinz-Dieter Gransee, Fachbereichsleiter für Bauen und Infrastruktur, Vertreter der Wohnungsgesellschaften Märkische Heimat und LWG und des Seniorenbeirats.

Einleitend betonten Bürgermeister Andreas Igel und Heinz-Dieter Gransee, dass die Rundgänge zur Verbesserung des Lebensumfeldes der Ludwigsfelder beitragen, weil Bürger selbst auf Schwachstellen und Unzulänglichkeiten aufmerksam machen, die dann zielgerichtet beseitigt werden können. Allerdings gelänge es nicht immer, die festgestellten Probleme und Unzulänglichkeiten sofort zu beheben, es brauche bisweilen viel Zeit und manche Hürden müssten überwunden werden, um zu guten Ergebnissen zu gelangen. Ein Beispiel dafür sei das Dichterviertel. Hier unterliegen bauliche Veränderungen strengen Denkmalschutz-Auflagen. Dennoch sei es an vielen Stellen gelungen, durch Sofortmaßnahmen den Wünschen und Forderungen der Rundgangsteilnehmer zu entsprechen. So wurden z.B.  eine Schotterfläche vor der Kita im Hirschweg und Stolperstellen in der Märkischen Straße beseitigt oder die Markierung des Fußgängerüberweges Salvador-Allende-Str./Erich-Weinert-Str. erneuert. Neue Bänke und Papierkörbe wurden aufgestellt. Die Wohnungsgesellschaft Märkische Heimat sorgt z.Z. dafür, dass weitere neue Bänke im Stadtgebiet ihren Platz finden und wird Bordsteinkanten Ecke Anton-Saefkow-Ring/Edgar-Andrè-Str. absenken lassen – alles Forderungen aus den Stadtteil-Rundgängen.

Trotz dieser und vieler weiterer Maßnahmen bleibt aber noch sehr viel zu tun. Das wurde während der Diskussion am 24. Oktober schnell deutlich. Die Fragen, Hinweise und Wünsche der Teilnehmer*innen betrafen Barrierefreiheit im Stadtgebiet wie fehlende Absenkungen für Rollstuhlfahrer*innen im Kreuzungsbereich neben der Jet-Tankstelle oder Stolperstellen in der Erich-Weinert-Straße. Bemängelt wurde, dass es noch zu wenig Glasfaseranschlüsse in der Stadt gibt, dass es an freien Treffpunkten für Begegnung und Austausch nach wie vor fehlt und ebenso das Gesamtkonzept für die Weiterentwicklung des Dichterviertels noch aussteht.

Gerd-Dieter Kosmehl, Anwohner im Bereich der Daimler-/Holzhaussiedlung, wies darauf hin, dass neben Barrierefreiheit auch der Zugang zu Dienstleistungen und Versorgung ein wichtiges Kriterium für gutes Wohnen im höheren Lebensalter ist. Er bat um eine Begehung in seinem gegenwärtig „versorgungsfreien“ Wohngebiet mit dem Ziel, die Infrastruktur wieder besser an die Bedürfnisse von Menschen im höheren Lebensalter anzupassen.

Fazit der Veranstaltung: Die kritischen Rundgänge tragen dazu bei, das Augenmerk von Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft auf die Belange des Wohnens im höheren Lebensalter zu lenken. Die Wirkung der Arbeitsmethode lässt sich weiter erhöhen, wenn die Akteure gemeinsam einen Modus der regelmäßigen Überprüfung finden und die Bearbeitung zügiger und konsequenter erfolgt. Das schließt nachträgliche „Kontroll“- Begehungen im gleichen Wohngebiet ein. Auch die rechtzeitige Einbeziehung der beiden Beiräte in neue Projekte der Stadtentwicklung kann sinnvoll und nützlich sein. Mit diesem Vorschlag griff Fachbereichsleiter Heinz-Dieter Gransee ein langjähriges Anliegen des Seniorenbeirats auf.

Rückblickend wird deutlich, dass die Stadtteil-Rundgänge, 2018 vom Seniorenbeirat gemeinsam mit der Fachstelle für Altern und Pflege im Quartier initiiert, nur erfolgreich sein konnten, weil Haupt- und Ehrenamt gut zusammengearbeitet haben. Ein besonderer Dank gilt deshalb Bürgermeister Andreas Igel, der die Idee der kritischen Stadtteil-Rundgänge von Anfang an mitgetragen und gemeinsam mit seinem Team realisiert hat.