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Wolf hat Scheu vor Menschen längst verloren

Montag, 07.06.2021

Wolfsübergriffe auf Schafe in Ortsteilen häufen sich trotz direkter Nähe der Menschen

Es ist ein Tier, das die Menschen seit jeher fasziniert und fürchten lässt. In den vergangenen Monaten wurden vor allen in den Ludwigsfelder Ortsteilen immer wieder Schafe durch Wölfe gerissen oder sind gar komplett verschwunden. Gesehen wurde er nie, seine Spuren hat er dennoch deutlich hinterlassen. Der Ahrensdorfer Ortsvorsteher, Jens Wylegalla, appelliert daher, Hunde beim Spazierengehen grundsätzlich an der Leine zu halten - auch die Dämmerung soll gemieden und öffentliche Wege nicht verlassen werden.

Bereits im März kam es am Ortsrand von Ahrensdorf zu einer Attacke gegen sechs Schafe. Im selben Zeitraum wurden in Jütchendorf sieben Wanderschafe, die durch einen wolfssicheren Zaun geschützt werden sollten, gerissen und weitere verletzt. An gleicher Stelle wurden wenige Tage nach dem ersten Übergriff sechs weitere Schafe getötet, von vier weiteren fehlt jede Spur.

Anfang Mai beklagte eine Jütchendorfer Familie den nächsten Verlust: Drei Lämmer einer Schafsherde, die direkt am Wohnhaus graste und durch einen 1,30 m hohen unter Strom stehenden Zaun geschützt werden sollte, wurden gerissen. Auch in Gröben kam es Ende Mai zu Begegnungen mit dem Wolf. Die Besitzer des Gasthofes Naase hatten die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz ihrer Tiere erst deutlich erhöht, doch auch das hielt den Wolf nicht davon ab, zwei Schafe zu reißen und eines schwer zu verletzen. Die getöteten Schafe lagen direkt am Hof neben ihrer Gartenschaukel und damit in direkter Nähe zum Menschen. Der angeforderte Rissgutachter sieht auch hier mit hoher Wahrscheinlichkeit den Wolf als Täter. Wie bei allen Fällen wurden DNA-Proben für eine genetische Untersuchung entnommen, aber mit dem Hinweis, dass mit den Ergebnissen aufgrund einer hohen Anzahl an Proben erst in mehreren Wochen zu rechnen sei.

Auch die Übergriffe von Wölfen im Wildgehege Glauer Tal führten schon zu einer kleinen Anfrage an die Landesregierung. Diese Übergriffe konnten stattfinden, obwohl mit einem großen Aufwand öffentlicher Mittel im Jahr 2016 ein als wolfssicher geltender Zaun errichtet wurde.

Die Vorfälle der vergangenen Wochen und die unmittelbare Nähe zum Menschen zeigen, dass der Wolf oder gar das Wolfsrudel sich nicht davor scheuen, sich dem Lebensraum der Menschen zu nähern, um auf Beutejagd zu gehen. Dass Wölfe unlängst in Ludwigsfelde zu Hause sind, ist seit längerem bekannt und durch Wildkameras belegt. Ungewöhnlich ist die Nähe zum Menschen, in die sich die Tiere aktuell des Öfteren wagen. Derzeit geht das Bundesamt für Naturschutz von etwa 1.600 Wölfen in ganz Deutschland aus, deren Population jährlich um rund 30 % zunimmt.