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Von Goldknöpfchen bis Stocktraining

Montag, 05.11.2018

Rehabilitationstrainer Thomas Braun zu Gast bei SHG „Blinde und Sehbehinderte“

Am 30. Oktober war es noch warm und freundlich, als gegen 14 Uhr Rehabilitationstrainer Thomas Braun aus Berlin im Waldhaus eintraf. Eingeladen hatte ihn, angeregt durch das Ehepaar Linke, die Selbsthilfegruppe „Blinde und Sehbehinderte“, um mehr über das Mobilitätstraining mit dem Blindenstock zu erfahren.

Thomas Braun brachte, neben seinem ansteckenden Humor und seiner ruhigen freundlichen Art, vor allem viele Informationen mit.

Ging es anfangs um die Kennzeichnungspflicht (ab wann muss ich eine gelbe Plakette tragen und woher bekomme ich welche) und das Verhalten im Straßenverkehr, kam man auch bald auf die vielen Hilfsmittel und Trainingsmethoden zu sprechen. Was ist ein „weißer Stock“, was ein Kennzeichnungs-Stock. Thomas Braun erklärte, dass man einen „Weißen Stock“, also einen Blindenstock nur zusammen mit einem Mobilitätstraining (Stocktraining) erhält. Der Blindenstock wird dazu verwendet, den Weg vor sich abzutasten, während ein Kennzeichenstock nur zur Kennzeichnung dient.

Wichtig (versicherungstechnisch) sei, dass der Hinweis auf die Sehbehinderung deutlich erkennbar sein muss, daher sei das „Goldknöpfchen“ (gelbe Plakette) als Kennzeichnung oft zu wenig. Er empfahl jenen, die sich mit Plakette nicht sicher genug fühlen, den Kennzeichen-Stock. Auch über die Unterschiede zwischen „sehbehindert“, „hochgradig sehbehindert“ und „blind“ wurde gesprochen, über Kantenfilter und „Sehrest-Training“ und wie z.B. Blindenpflegegeld beantragt werden kann. „Häufig ist es so, dass Behinderte und ihre Angehörigen erst mehrfach anfragen müssen, ehe sie eine Antwort bekommen“, erklärte der Rehabilitationstrainer. „Sie müssen Ihre Rechte einfordern.“ Gruppenmitglieder berichteten über die Entstehung und Entwicklung der Selbsthilfegruppe und über deren zahlreiche Aktivitäten.

Thomas Braun empfahl den Sehbehinderten Preise zu vergleichen und die Hilfsmittel evtl. beim Landeshilfsmittel-Zentrum Dresden, zu erwerben. Wegen des Ludwigsfelder Problems mit den winzig beschrifteten Fahrplänen am Bahnhof, meinte er, sich an den Landesbehindertenbeauftragten zu wenden, sei in diesem Fall sinnvoll, denn dieser hätte bereits Erfahrungen mit Verhandlungen mit der Bahn.

Die Zeit verging wie im Flug und die Selbsthilfegruppe war sich einig – Herrn Braun laden wir gern wieder ein. Mit den besten Wünschen verabschiedete er sich schließlich, nicht ohne seine Kontaktdaten an Ilonka Wagner, die Gruppensprecherin, weiterzugeben. M.R.