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Neujahrsgruß des Bürgermeisters

Donnerstag, 31.12.2020

Neujahrsgruß des Bürgermeisters Andreas Igel

Liebe Ludwigsfelderinnen und Ludwigsfelder,

der Start in das neue Jahr war so besonders, wie das ganze vergangene Jahr. Die Corona-Pandemie hat unser Leben in einer Weise verändert, wie wir uns es hätten nicht vorstellen können. Und dennoch hoffe ich, dass Sie auch unter diesen Umständen wohlbehalten und mit guten Vorsätzen in das neue Jahr gestartet sind. Vermutlich hat sich auch die Menge der Wünsche für das neue Jahr auf einen wesentlichen Wunsch reduziert – gesund zu bleiben und das vermeintlich „normale“ Leben wieder führen zu können.

Uns wurde in den vergangenen Monaten auf besondere Weise vor Augen geführt, dass Normalität nie als ein stabiler Zustand verstanden werden darf, sondern auch schon für sich ein Gewinn an Lebensqualität ist. So müssen wir in diesem Jahr – gleich zu Beginn – auf das vermeintlich „normale“ – weil es schon seit langem stattfand – Neujahrsfeuerwerk verzichten.

Aber was ist schon die Einschränkung von Normalität, gegen das Leid, dass andere Mitmenschen zu ertragen haben? Einige von Ihnen haben erleben müssen, welche Auswirkungen eine Infektion mit dem Corona-Virus hat, oder schlimmer noch – mussten gar erleben, dass dieses Virus auch zum Tode eines geliebten Menschen führen kann. Ihnen allen gebührt unser Mitgefühl! Wenn jetzt immer noch Ignoranten und Verschwörungstheoretiker die Gefahren verniedlichen, ist dies nicht nur unsolidarisch, sondern im höchsten Maße egoistisch und zynisch!

Und noch etwas hat die Pandemie befördert: Eine große Gerechtigkeitsdebatte – eine Debatte darüber, ob wir als Gesellschaft bereits sind, unverzichtbaren Berufsgruppen ein angemessenes Einkommen zu ermöglichen. Wenn wir die Höhe unserer Krankenkassen- oder Pflegeversicherungsbeiträge beklagen, sollten wir uns nicht wundern, dass medizinisches Personal in Krankenhäusern oder Pflegekräfte in Seniorenheimen schlecht bezahlt werden. Wenn immer noch der Grundsatz gilt „Geiz ist geil“, können wir schlecht bezahlte Mitarbeiter*innen im Einzelhandel nicht bemängeln. Und wenn der Steuerbetrug als Kavaliersdelikt abgetan wird, kann es ja nicht so schlimm sein, wenn der Staat in Krisensituationen nicht unterstützen kann. Alles macht immer nur in der Gesamtbetrachtung Sinn und Solidarität ist nicht das, was jeder für sich fordert, sondern das was Jede und Jeder bereit ist zu geben! Wenn wir diese Erkenntnis aus dieser schlimmen Pandemie gewinnen und leben, haben wir eine Chance, als Gemeinschaft aus ihr gestärkt hervorzugehen!

Der Neujahrsgruß bietet immer auch eine gute Gelegenheit auf das alte Jahr zurückzuschauen und einen Blick in die Zukunft zu wagen. Und so können wir feststellen, dass hier in Ludwigsfelde im vergangenen Jahr auch Gutes gelungen sind. Es hat zum Teil ganz kleine Verbesserungen in Alltagssituationen gegeben, aber auch kostenintensive Investitionen sind realisiert worden.

Mit der Installation von Solarleuchten in den Bushaltestellen an der alten B 101 am Abzweig Kerzendorf konnte die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler erhöht werden. Der Bau des Bolzplatzes in Genshagen steigert die Attraktivität des Ortsteils. Die Kita „Am Wurzelberg“ wurde in Verantwortung der Fröbel e.V., finanziert durch die Stadt, fertiggestellt. Die Erweiterung der Skateanlage stärkt die junge Generation in unserer Stadt. Mit der Genehmigung des Bildungsministeriums zur Errichtung einer Gesamtschule am Standort der heutigen Gottlieb-Daimler-Oberschule stärken wir den Schul- und Bildungsstandort Ludwigsfelde nachhaltig.

Durch die Fertigstellung der Rudolf-Breitscheid-Straße und des zweiten Bauabschnittes der Albert-Schweizer-Straße wurden wichtige Investitionen in unserer Verkehrsinfrastruktur fertiggestellt. Der Bau der ersten Fahrradstraße zwischen Albert-Tanneur-Straße und Theodor-Fontane-Straße wurde ein erster Beitrag zur anstehenden Mobilitätswende erbracht.

Das Thema Bildung wird auch in den kommenden Jahren eine herausragende Rolle spielen. Mit Blick auf die steigenden Schülerzahlen muss unser Ludwigsfelde als attraktiver Bildungsstandort gestärkt werden.

So werden bis zum Schuljahr 2024/2025 zwei neue Schulgebäude für zwei neue gegründete Grundschulen mit je circa 500 Kindern errichtet. An der Theodor-Fontane-Grundschule wird der Schulhof mit der Sportanlage im kommenden Jahr saniert und auch für die Kleeblatt-Grundschule wird zwischen dem Flussviertel und dem Rousseau-Park ein neues Schulgebäude gebaut. Allein die Investitionen in die neuen Schulgebäude mit deren Sporthallen und Nebenanlagen werden über 85 Millionen Euro kosten. Die Kapazitäten in den Kindertagesstätten werden bereits wieder in Frühjahr erschöpft sein. Daher muss der Neubau der Kindertagesstätte am Westverbinder für 230 Kinder, mit dem Ziel diese Kita 2022 zu eröffnen, mit Konsequenz vorangetrieben werden. Zudem wollen wir von Seiten der Stadt alles Notwendige befördern, damit der Neubau der Kita „Himmelsleiter“ durch den zukünftigen Träger, das Diakonissenhaus Teltow-Lehnin, im Hirschweg jetzt zur Umsetzung kommt. Für all diese Maßnahmen sind wichtige Entscheidungen durch die Stadtverordnetenversammlung auf den Weg gebracht worden.

Neben den Investitionen in die Bildungsinfrastruktur werden zwei neue Feuerwehrgebäude in Siethen und Mietgendorf benötigt und der Bauhof der Stadt hat weiteren Investitionsbedarf. Nachdem die Erneuerung der Waldstraße und des Kiefernweges Anfang 2021 abgeschlossen werden kann, bleibt der weitere Ausbau der zum Teil desolaten Verkehrsinfrastruktur in allen Ortsteilen und der Kernstadt prioritär.

Die wachsende Zahl junger Menschen in der Stadt bedarf auch zusätzlicher Freizeitangebote. Durch den Neubau der Schulen, mit den dazugehörigen Sportstätten, werden sich weitere Möglichkeiten für den Vereinssport in der Stadt ergeben. Auch das Waldstadion wird durch die Errichtung einer Flutlichtanlage ganzjährig nutzbar. Die Stadt Ludwigsfelde hat im Jahr 2020 ein Gebäude aus den 1950er Jahren erworben. In diesem Haus sollen zukünftig Freizeitangebote für junge Menschen der Altersgruppe zwischen 16 und 25 Jahren etabliert werden. Dies soll in einem einvernehmlichen Prozess mit der betroffenen Zielgruppe im kommenden Jahr geplant werden.

Bei all den aufgezählten Vorhaben muss uns aber bewusst sein, dass gerade mit den finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie die Umsetzung große Anstrengungen für die Stadt mit sich bringen. Dabei wird es nicht nur bei den Investitionen bleiben. Auch die Folgekosten für den Betrieb dieser Einrichtungen müssen in den nachfolgenden Jahren zur Verfügung stehen! Das bedeutet, dass wir bei den Diskussionen, was wir uns zukünftig noch leisten wollen, mit einem realistischen Blick auch das Machbare betrachten müssen. Dies wird an der ein oder anderen Stelle auch dazu führen Dinge, die uns heute selbstverständlich zur Verfügung stehen, in Zukunft kritisch zu hinterfragen.

Wir haben in den vergangenen Monaten in besonderer Weise erfahren müssen, wie wichtig der digitale Wandel nicht nur für unsere Zukunft, sondern schon in der Gegenwart ist. In Phasen des Lock-Downs mussten Kinder im Home-Schooling lernen, neben Eltern die im Home-Office arbeiteten. Dabei wurde besonders deutlich, dass der Breitbandausbau in den Ortsteilen und Teilen der Kernstadt noch lange nicht die notwendigen Voraussetzungen dafür bietet. Die Bereitstellung digitaler Dienstleistungen und Serviceangebote der Stadtverwaltung für die Bürgerinnen und Bürger steckt noch in den Kinderschuhen, bietet aber gleichzeitig ein großes Potential an Verbesserungen für Qualität und Erreichbarkeit. Hier sehe ich weiterhin großen Handlungsbedarf!

Ludwigsfelde bietet wegen seiner Lage großes Potenzial für weitere Entwicklung. Aufgrund der Lage mit der Nähe zu Potsdam und Berlin ist die Nachfrage nach allen Wohnformen nach wie vor hoch. Es besteht ein Bedarf in vielen Segmenten der Baulandentwicklung. Explizit suchen Familien und ältere Menschen, aber auch Berufspendler nach Angeboten.

Neubauten für Mieter wurden in den vergangenen Jahren nicht im sozialen Wohnungsbau errichtet, die Baulandpreise haben sich allein in den letzten sieben Jahren um 200 Prozent erhöht. Um diesen Trends zu begegnen, hat die Stadt Ludwigsfelde wieder eine Vielzahl von Bebauungsplänen auf den Weg gebracht, um damit neuen Wohnraum zu schaffen und den Druck auf die Miet- und Bodenpreise abzumildern. Ich bin sehr froh, dass wir die personellen Lücken im Planungsamt nach langjähriger deutlicher Unterbesetzung jetzt schließen konnten und dadurch einige langjährige Verfahren in der Bauleitplanung abschließen oder fortführen können.

Vergleichbar mit dem Eigenheim- und Wohnungsbau entwickeln sich auch die Gewerbeflächen in unserer Stadt. Die Gewerbe- und Industriegebiete sind gut ausgelastet. Mit den Entwicklungsgebieten Eichspitze Nord und Süd wurden weitere Flächen erschlossen. Der Preußenpark ist vollständig vermarktet und heimische als auch neu angesiedelte Unternehmen haben sich dort etabliert.

Die Erkenntnis, dass ausgehend von den klimatischen Veränderungen, auch lokal verstärkt gehandelt werden muss, ist mittlerweile bei vielen Bürgerinnen und Bürgern gewachsen. Was bedeutet es aber lokal zu handeln? Was sind wir bereit zu verändern, lieb gewordene Gewohnheiten aufzugeben? Das im Auftrag der Stadt erarbeiteten ÖPNV-Konzept, zur Verbesserung des Bus-Angebotes ist ein Baustein dafür. Ein nächster Schritt wird die Entwicklung des grünen Wegenetzes in der Stadt mit allen Ortsteilen gemacht. Welche Rolle soll und muss der Radverkehr zukünftig für uns spielen? Wie wollen wir die Elektromobilität in der Stadt unterstützen? Selbstverständlich bedarf der immer wieder zu Recht kritisierte Parkplatzmangel neuer Angebote, auch in Form von Parkhäusern.

Ich möchte, sobald es uns die Rahmenbedingungen wieder ermöglichen, mit Stadtverordneten und Bürgerinnen und Bürgern dazu in den Dialog kommen, wie wir unsere Stadt noch nachhaltiger und zukunftsfähiger weiterentwickeln können.

Liebe Ludwigsfelderinnen und Ludwigsfelder,

ich wünsche Ihnen, für dieses Jahr vor allen Dingen Gesundheit! Starten Sie mit Rücksicht und Respekt füreinander, Disziplin für sich selbst aber auch Zuversicht mit Glück und Lebensfreude für uns alle in das neue, sicher bessere Jahr 2021. Nehmen wir aber auch die ein oder andere Erkenntnis aus dem vergangenen Jahr mit in unsere gemeinsame Zukunft!

Ihr Bürgermeister

Andreas Igel