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Ludwigsfelder Schachclub gelingt historische Meisterschaft

Donnerstag, 26.05.2022

"Der größte Erfolg des Ludwigsfelder SC in der jüngeren Vereinsgeschichte"

Eine einmalige Chance

Am vorletzten Spieltag der diesjährigen Schachsaison bot sich dem Ludwigsfelder Schachclub eine einmalige Chance: Nach einer beispiellosen Saison stand der LSC nicht nur ungeschlagen auf Platz 1, sondern war sogar gänzlich ohne Punktverlust auf Aufstiegs- und Meisterschaftskurs.

Bei dieser Ausgangslage konnten wir mit einem Sieg gegen den USV Potsdam III die vorzeitige Meisterschaft erreichen oder mit einem Unentschieden „nur“ den vorzeitigen Aufstieg sichern.

Ludwigsfelder Schachclub gelingt Historisches

Wer den letzten Auftritt des Ludwigsfelder Schachclubs in einer höheren Liga als der Regionalliga sucht, muss tief in den Archiven graben: In der Saison 2009/10 spielte der LSC letztmalig in der Landesliga, ab der Saison 2010/11 durchgehend in der Regionalliga West. Zwölf Jahre ist es also her, dass der Ludwigsfelder Schachclub zuletzt höherklassig spielte!

Umso bemerkenswerter ist die Erfolgsgeschichte, die der Ludwigsfelder Schachclub in den letzten Jahren durchlebt.

Kontinuierlich entwickelte sich die Ludwigsfelder Mannschaft, gab neuen Spielern die Chance, verjüngte sich und arbeitete gemeinsam auf das ganz große Ziel hin: Den ersten Aufstieg des LSC seit vielen Jahren. In diesem Jahr, so hofften wir, könnte es so weit sein.

Der entscheidende Spieltag

Das entscheidende Spiel am Sonntag, dem 22.05.2022, bestritten wir gegen die dritte Mannschaft des USV Potsdam: Eine erfahrene, starke Mannschaft, die schon in den vergangenen Jahren immer wieder ganz oben mitspielte. Nominell, also von den Wertungszahlen her, waren wir wieder einmal die Underdogs. Doch unser fester Wille und die siegreiche Saison im Rücken ließen uns fest daran glauben, gegen den USV trotzdem etwas holen zu können.

Zunächst jedoch kam es anders.

USV Potsdam III mit höchstmöglicher Führung

Das Spiel hätte kaum schlechter für uns beginnen können: Nachdem Reiko und Michel verloren, Thilo quasi chancenlos auf Verlust stand und bei Kurt nicht mehr als ein Remis möglich war, führte USV Potsdam bereits mit 3,5 zu 0,5 Punkten.

Dies bedeutete nichts anderes, als dass die verbliebenen vier Spieler Hagen, Frank, René und Rafael alle gewinnen mussten, um den Spielstand noch zu drehen. Allerdings war Hagen in eine Eröffnungsfalle getappt und René hatte die stärkste Spielerin von USV Potsdam III als Gegnerin. Einzig bei Frank und Rafael sah es verhältnismäßig gut aus – wenn man denn eine objektiv ausgeglichene Stellung schon als „gut“ ansehen wollte.

Ludwigsfelde dreht das Spiel

René war der Erste, bei dem es plötzlich besser aussah: Er gewann zwei Leichtfiguren für einen Turm und behielt anschließend so viel Material auf dem Brett wie möglich, um den Vorteil der Extrafigur nutzen zu können. Auf diese Weise bezwang er seine höher bewertete Gegnerin und holte den ersten wichtigen Punkt für Ludwigsfelde.

Dann war Hagen an der Reihe. Es war ihm gelungen, sich aus einer äußerst vertrakten Stellung wieder zu befreien und eine dynamische, hochgradig taktische Position zu erzeugen. Dadurch gewann er einen Bauern und besiegte seinen ebenfalls jugendlichen Gegner. Zwei Punkte für Ludwigsfelde.

Frank hatte die Nachricht, dass er gewinnen musste, mit sichtbarer „Begeisterung“ aufgefasst. Denn er hatte auf dem Brett nur eine ausgeglichene Stellung vor sich, aus der er nun irgendetwas hervorzaubern sollte.

Aber kaum jemand ist besser als Frank dafür geschaffen, aus einer ausgeglichenen Stellung einen Pflichtsieg zu holen. Als die Zeitkontrolle kurz bevor stand, trug er die gegnerischen Bauern am Damenflügel ab und erreichte ein Endspiel mit Läufer gegen Springer, bei dem er mehrere verbundene Freibauern vorweisen konnte. Das war der dritte Punkt für Ludwigsfelde.

Ein Läuferendspiel um den Aufstieg

Damit verblieb nur noch die Partie am ersten Brett. Rafael hatte für dieses Spiel eine besondere Eröffnungsvariante vorbereitet, doch obwohl sein Gegner viel Zeit verbrauchte, um sich darin zurechtzufinden, fand dieser die vermutlich besten Züge und schuf so eine ausgeglichene Partie. Als die anderen Partien entschieden waren, die Zeitkontrolle erreicht war und Rafael ein Läuferendspiel auf dem Brett hatte, ging es in die alles entscheidende Phase des Spieltages.

Das Läuferendspiel nach dem 40ten Zug: Rafael mit Weiß muss gewinnen, damit Ludwigsfelde den vorzeitigen Aufstieg schafft.

Rafael wusste, dass sein Vorteil trotz Mehrbauer nur marginal war. Aber wichtiger war die Frage, ob sein Gegner das auch wusste. Da Rafael sich sicher war, so eine Stellung niemals verlieren zu können, spielte er ohne Angst drauflos.

Und so kam es auch! Rafael erzielte Fortschritte und setzte seinen Gegner mehr und mehr unter Druck. Jetzt machte sich bezahlt, dass er sich in Läuferendspielen gut auskannte. Als die Bauernumwandlung nicht mehr zu verhindern war, gab sein Gegenspieler aus Potsdam auf. Damit war der vierte Punkt für Ludwigsfelde erreicht! Ludwigsfelde gewann das Spiel mit 4,5 zu 3,5 und machte damit die vorzeitige Meisterschaft perfekt!

Der größte Erfolg des Ludwigsfelder Schachclubs

Über die komplette Saison hinweg zeigte der LSC eine überragende Mannschaftsleistung. Wenn an einem der Bretter eine Partie verlorenging, holte dafür ein anderer Spieler den wichtigen Punkt. Zeichnete sich ab, dass es knapp wurde, gab die gesamte Mannschaft noch einmal alles, knetete aus ausgeglichenen Partien volle Punkte heraus und lieferte in schlechteren Stellungen so viel Widerstand, dass es der Gegner war, der den entscheidenden Fehler machte.

Zu dieser herausragenden Leistung kann man der gesamten Mannschaft nur gratulieren!

Tabelle

Platz 1 ist uns nicht mehr zu nehmen. Wir sind vorzeitig Meister der Regionalliga Nordwest und haben damit auch den Aufstieg geschafft!