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Denkmalschutz und Bürgeranliegen unter einen Hut bringen

Donnerstag, 22.09.2022

6. Stadtteil-Rundgang mit Folgen im Dichterviertel

Dass im Dichter-Viertel Straßen und Wege oft ziemlich rumpelig sind, haben viele Ludwigsfelder schon am eigenen Leib erfahren. Beim 6. Stadtteil-Rundgang am Montag wollten die Teilnehmer jedoch ganz bewusst und konkret erfassen, wo Handlungsbedarf besteht. Überwiegend ältere Teilnehmer waren deshalb zu Fuß, mit dem Rad oder Rollstuhl im Wohngebiet zwischen Bahnhof und Rathaus unterwegs.

Zum sechsten Mal hatte der Ludwigsfelder Seniorenbeirat gemeinsam mit der Stadtverwaltung Ludwigsfelde zum jährlichen Stadtteil-Rundgang eingeladen, in diesem Jaahr war es sogar schon der zweite. Dieses Mal führte die Route vor allem durch Straßen, Wege und Innenhöfe des sogenannten Dichterviertels. Ausgestattet mit Notizblöcken waren neben den Senioren, mehrere Anwohner, Mitglieder des Behindertenbeirates, der Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates Lutz-Peter Anton, Mitarbeiter der „Märkischen Heimat“ sowie des Kommunalservice und des Sachgebietes Verkehrsinfrastruktur der Stadtverwaltung dabei.

Anders als in den Jahren zuvor konnte Bürgermeister Andreas Igel aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich teilnehmen. Leider war auch vom zweiten großen Vermieter in diesem Areal, von der Vonovia, kein Vertreter anwesend. Obwohl es auch hier im Wohnumfeld der Häuser um Stolperstellen, unsichtbare Barrieren, defekte Gehwege, tiefe Kuhlen und Pfützen in den Zufahrten, Grünanlagen und Aufenthaltsmöglichkeiten ging.

„Seit 2018 organisieren wir diese Begehung durch Teile unserer Stadt. Wir haben Beobachtungsbögen dabei, notieren alles, insbesondere die Bürgerhinweise, und prüfen auch, was sich in den Jahren verändert hat“, berichtete die Vorsitzende des Seniorenbeirats Dr. Vera Paul. „Wir wünschen uns, dass Ludwigsfelde eine seniorenfreundliche Kommune wird. Aber es geht dabei nicht nur um Barrierefreiheit oder Grünanlagen. Was den Alten gut tut, ist auch gut für die Jüngeren. Insofern haben wir immer auch ein generationsübergreifendes Anliegen“, so die Beiratsvorsitzende.

Gerd-Dieter Kosmehl lebt schon viele Jahre in Ludwigsfelde. Er empfindet das Wohngebiet der 50er Jahre ansprechend mit viel Grün und schmucken Wohnblöcken angelegt. Allerdings bestehe aus seiner Sicht im Außenbereich und in den Grünanlagen Handlungsbedarf. So sollten die Grünflächen vor den Wohnblöcken besser gepflegt, mehr Papierkörbe und Hundetoiletten aufgestellt werden. „Bei den Fußwegen gibt es an mehreren Stellen hohe Kanten im Zugangsbereich zu den Wohnanlagen, die für und ältere Bürger mit Rollator schwer zu überwinden sind“, machte Kosmehl aufmerksam.

Eine stadtarchitektonische Perle ist ursprünglich der Heinrich-Heine-Platz, an dem die Gruppe unter anderem Halt machte. „Wir als Vermieter wollen hier gemeinsam mit dem Denkmalschutz und der Stadt Ludwigsfelde einen ganzheitlichen Ansatz umsetzen und möglichst viele Anwohner und Anwohnerinnen einbeziehen“, erläuterte Frank Kerber, Geschäftsführer der „Märkischen Heimat“. Es gehe darum, Erhaltens- und Schützenswertes zu bewahren und gleichzeitig mit den Anforderungen an moderne Urbanität und gute Lebensqualität in zu Einklang bringen. „Wir wollen vor allem die Aufenthaltsqualität verbessern, Möglichkeiten für kleine kulturelle Veranstaltungen und Begegnungen schaffen, schattige Plätze für Kinder und Ältere bieten. Dabei könnte von hier eine Initialzündung für das gesamte Wohnumfeld ausgehen“, so der Chef der Märkischen Heimat. Wichtig seien dabei die heutigen Anliegen der Einwohner, die voraussichtlich noch in diesem Jahr auf einem Bürgerforum ihre Vorschläge und Hinweise einbringen könnten.

Einige Mieter aus dem Dichterviertel hatten sich ganz spontan dem Rundgang angeschlossen. So ging es Gabriele Kuschel beispielsweise um den Zustand der Wege um ihren Vonovia-Block, wilden Sperrmüll und die mangelnde Sauberkeit.

Im Anschluss an den gemeinsamen Rundgang werden nun in einer ausführlichen Dokumentation vom Seniorenbeirat alle Hinweise schriftlich zusammentragen und den Vermietern und der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt. „Wir wollen die Probleme nicht nur registrieren, sondern machen uns auch für deren Lösung stark“, meinte Dietmar Lorberg vom Seniorenbeirat.