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Blick auf meine lebendige & wachsende Heimatstadt Ludwigsfelde
von Anna Gatzke
Es war schon eine wesentliche Veränderung in meinem Leben, als ich mit meiner Familie im Jahr 2000 von der Bundeshauptstadt Berlin nach Ludwigsfelde gezogen bin. Alles war hier kleiner, ruhiger, ländlicher und entspannter, trotz der nahen und schnellen Anbindung an die Hauptstadt. Doch Blicke ich heute nach 10 Jahren zurück, finde ich meine neue Heimat doch irgendwie toll.
Manchmal bin ich sogar traurig, dass ich jetzt fast schon so gut wie Erwachsen bin, denn vieles hat sich in den letzen Jahren verändert. Als Beispiel wäre da meine ehemalige Grundschule (die 1.GS) in der Ernst-Thälmann-Straße. Die Klassenräume haben ein neues Outfit bekommen: hellere Farben, neue Schulbänke und eine Ausstattung mit neuester Technik. In der Freizeit und den Pausen gibt es für die Schüler traumhafte Räume mit einer Kletterwand, einer Kuschelecke mit Blick zum Himmel und ein Computerzimmer. Wer wäre bei so einer schönen Atmosphäre nicht gern wieder Grundschüler? Die Ludwigsfelder nennen diese Schule seit 1937 auch „Zwiebelschule“, aufgrund des geschmückten Daches mit einer Holzkonstruktion, welche so aussieht wie eine Zwiebel. Erbaut wurde die Schule, als man in Ludwigsfelde den Rüstungsbetrieb von Daimler-Benz für Flugzeugmotoren errichtete. Nach und nach kamen aber weitere Grundschulen dazu, wovon aber heute wegen der sinkenden Schülerzahlen nur noch drei genutzt werden.
Anschließend besuchte ich die Gottlieb-Daimler Oberschule, ehemals Gesamtschule, am Westverbinder und heute bin ich Schülerin im Oberstufenzentrum am Bahnhof Birkengrund. In Ludwigsfelde gibt es noch ein Gymnasium - das Marie-Curie-Gymnasium und eine Förderschule.
Für die kleinen Knirpse verfügt Ludwigsfelde über viele Kinder- und Tagespflegeeinrichtungen.
Freizeitmöglichkeiten werden in Ludwigsfelde großgeschrieben.
Körperlichen Ausgleich zur Schule, Arbeit und Co. findet man als Mitglied in den vielen Sportvereinen z. B. im Schwimm-, Fußball-, Handball-, Basketball-, Leichtathletik-, Box-, und Radballverein. Wer es etwas ruhiger und entspannter angehen möchte, sollte die 2006 erbaute Kristall Saunatherme besuchen. Einen gemütlichen Abend kann man auch in der Bowling- und Kegelbahn verbringen. Kultur wird in meiner Stadt natürlich auch geboten. Im Stadt- und Technikmuseum lernt der Besucher alles zu der 70-jährigen Industriegeschichte des Ortes kennen. Für mich war es eine spannende Zeitreise wie die Industrie sich in den letzten Jahren am Standort entwickelt und verändert hat. Das Flair der ausgestellten Wohnräume der 30er Jahre versetzte mich in Erinnerungen an meine Omi, denn so einige Einrichtungsgegenstände kannte ich noch von ihr. Wenn es in der Schule Hausaufgaben zu Vorträgen oder zu besonders kniffligen Themen aufgibt, ist die Stadtbibliothek „der Retter in der Not“. Das Team berät und sucht für uns alle Nachschlagewerke heraus, damit wir die gestellten Aufgaben erfüllen können. Nebenbei gibt es auch noch Internetnutzung und Leseecken.
Für Naturliebhaber bietet meine Heimat viel Wald und Wiesen mit ausgebauten Rad- und Wanderwegen, die hin zu den Ortsteilen von Ludwigsfelde führen. Sollte es mal viel Schnee geben, ist unsere Region bestens für Skilangläufer geeignet. Die vielen Reiterhöfe laden natürlich auch zum Reiten ein. Füttern der Pferde mit Mohrrüben und Äpfeln aber nur mit Erlaubnis des Personals.
Wem das alles noch nicht reicht, sollte die regelmäßigen kulturellen Veranstaltungen, welche das ganze Jahr über geboten werden, nutzen. So lädt die Festwiese zu Rummel & Zirkus ein. Etwas für die jung gebliebenen ist die Disco im „Alten Hagebaumarkt“. Im zentral gelegenen Kulturhaus der Stadt finden Tanz-, Show-, Musik-, Theater- und Comedyaufführungen für jedes Alter statt.
Was ich an Ludwigsfelde auch zu schätzen gelernt habe, sind die vielen gastronomischen und ärztlichen Versorgungseinrichtungen sowie Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel, Drogerie, Haushaltswaren und Bekleidung, zudem findet mehrmals wöchentlich ein Frischemarkt auf dem Rathausplatz statt. Wem dies jedoch noch nicht ausreichen sollte, der erreicht mit dem gut ausgebauten Verkehrsnetz von Zug, Auto und Bus in wenigen Minuten z. B. Potsdam, Berlin oder Luckenwalde.
Die Stadt ist auch bekannt für die alljährlichen, traditionellen Feste, die sehr viele Ludwigsfelder aber auch Anwohner unserer Region anlocken: Anfang Januar lassen wir es hier mit dem Neujahrsfeuerwerk auf dem Rathausplatz so richtig krachen; beim sogenannten „Knutfest“ an der Rollschuhbahn wird der ausgediente Weihnachtsbaum verbrannt; den Frühling läutet das Osterfeuer auf der Festwiese ein; das Fest der Vereine auf dem Rathausplatz ist ein Höhepunkt im Sommer. Im September feiern wir unter der Autobahn das Brückenfest. Hier treten Bands und Gruppen der verschiedensten Nationen auf - ein Musikgenuss für Jung und Alt, die es multikulturell mögen. Der Familienweihnachtsmarkt am 1. Adventssonntag und das Turmblasen am Heiligen Abend mobilisieren Tausende zum Rathaus zu kommen. Wir gehen als Familie nicht in die Kirche am Heiligen Abend sondern auf unseren Rathausplatz, lauschen der weihnachtlichen Musik unseres Blasorchesters und singen mit.
Wesentliche Veränderungen finden sich auch in meinem Wohnviertel dem Preußen Park wieder. Seit dem Jahre 2000 sind dort sehr viele neue Eigenheime entstanden. Aber nicht nur der PreußenPark hat eine neue Gestalt angenommen, sondern mit ihm auch die anderen Wohngegenden. Am anderen Stadtende ( ich lebe im Osten der Stadt) ist Ludwigsdorf entstanden - eine Eigenheimsiedlung. Die Holzhaussiedlung (wir Ludwigsfelder nennen diese Siedlung so) ist etwas ganz Besonderes. Entstanden ist diese Siedlung mit Holzhäusern die ebenschwarz zwischen dem Grün der Gärten hervorstechen bereits 1942. Im Winter, wenn Schnee liegt, sieht diese Siedlung einfach nur traumhaft aus. Ein anderes Viertel ist das Dichterviertel. Es wird so genannt, weil alle Straßen nach berühmten Dichtern benannt wurden. Die Siedlung ist in den 50er Jahren entstanden, wurde sehr großzügig gebaut und steht heute unter Denkmalschutz. Die Wohnungen sind sehr begehrt. Die „Daimler Siedlung“ in der Ernst-Thälmann-Straße ist mittlerweile das Nobelviertel von Ludwigsfelde. Die Häuser mit den Werkswohnungen sind komplett saniert worden. Die Mieter konnten auf die Grundrisse ihrer Wohnungen mit Einfluss nehmen. Etagenwohnungen sind entstanden sowie Wohnungen mit Terrassen und kleiner Gartenbenutzung. Das Leben in meiner Stadt ist also sehr vielfältig. Übrigens Angst vor dem älter werden brauche ich in Ludwigsfelde auch nicht zu haben. Die Stadtväter passen auf, dass die Kreuzungsbereiche, Einrichtungen und alles was zum Leben gehört, behinderten gerecht gebaut wird. Seniorenheime gibt es ebenfalls und nun soll sogar noch eine Seniorenresidenz entstehen.
Die Einwohnerzahl mit fast 24.000 Einwohner sinkt langsam. Zweimal im Jahr werden die Neubürger bei einem Empfang des Bürgermeisters in der neuen Heimat, meiner Stadt, begrüßt. Viele von ihnen haben hier Arbeit gefunden in den drei großen Gewerbegebieten (Industriepark, PreußenPark, BrandenburgPark) mit insgesamt mehr als 170 Unternehmen. Weltweite bekannte Unternehmen wie Mercedes-Benz, ThyssenKrupp Umformtechnik, MTU, das große VW Ersatzteillager und Coca Cola haben sich hier niedergelassen und schreiben die lange Industriegeschichte am Standort weiter.
Ich freue mich schon auf die nächsten Veränderungen in Ludwigsfelde. Wie sich meine Stadt wohl in der Zukunft entwickeln wird?
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