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8.Februar 2010 - Eine Kirche für Gläubige, Musikfreunde und Kulturinteressierte

Pfarrer Peter Collatz

   Pfarrer Peter Collatz vor der aufwendigen Wandbemalung von August Oetken


Feierliches Gedenken zum 100. Jahrestag der Weihe der Gröbener Kirche

 
Über 60 Besucher kamen am Samstag zum feierlichen Gedenken des 100. Jahrestages der Weihe der Kirche von Gröben am 6. Februar 1910. Nachdem die Kirche am Heiligen Abend 1908 durch vergessene Kerzen am Weihnachtsbaum in Brand geriet, dauerte der Wiederaufbau unter Schirmherrschaft des Kirchenpatrons Gottfried von Badewitz damals nur 58 Wochen. Entstanden ist keine Kopie der alten Kirche, den viele Kostbarkeiten gingen im Feuer verloren, wie Pfarrer Peter Collatz bedauert. Vielmehr beauftragte von Badewitz einige der bekanntesten Künstler wie den Königlichen Hofbaumeister Franz Heinrich Schwechten mit der Neugestaltung des Sakralbaus. Dabei legte er zu den 30.000 Goldmark, welche die Feuerversicherung zahlte, noch einmal den gleichen Betrag oben auf.

Dafür entstand ein Bau, der die Besucher mit seiner preußischen Reduziertheit der rheinischen Üppigkeit, wie Susanne Gloger vom Förderkreis „Alte Kirchen Berlin/Brandenburg“ e.V. es bezeichnete, noch heute Beeindruckt.

Für die Gröbener ist die Kirche schon immer ein Teil ihres Lebens gewesen, „für lange Jahrhunderte hat die Kirche die Struktur des Lebens verfolgt“ so Collatz, dabei hat „die Kirche viel Freud und viel Leid gesehen.“ Heutzutage dient das Gotteshaus nicht nur den Kirchgängern, der Gröbener Musiksommer lockt regelmäßig Musikfans aus der Region an, welche die eindrucksvolle Akustik genießen. Die war auch Anlass der Entstehung dieser Veranstaltungsreihe, wie die Gemeindekirchenratsvorsitzende Elisabeth Zahn berichtet. Immer wieder gab es Anfragen von Musikern und so entstand der Musiksommer, zu dem in diesem Jahr auch Vertreter des Dresdner Kreuzchores erwartet werden.

Für Elisabeth Zahn gehört die Kirche seit 1968 zum Leben, als ihr Vater, der letzte Gröbener Dorfpfarrer, hier seine Stelle antrat. Mittlerweile findet nur noch alle 14 Tage ein Gottesdienst für die rund 170 Gemeindemitglieder statt, bei dem Zahn auf der alten Sauerorgel spielt. Doch kosten die zahlreichen Veranstaltungen im Gotteshaus viel Zeit, „für die Familie ist das nicht immer ganz einfach, am Wochenende habe ich fast immer zu tun.“

Zu tun gab es nach der Wende auch viel an der Kirche, doch half nicht nur der Förderverein der Kirche bei der Restaurierung und dem Erhalt des Hauses. Einzig die Wandmalereien von August Oetken bereiten noch Sorgen. Diese soll eine Restauratorin auf einem Quadratmeter probehalber restaurieren, bevor über das weitere Vorgehen entschieden wird.

Nach dem feierlichen Gedenken war dann Zeit für Gespräche und jeder hatte seine Geschichte zur Gröbener Kirche zu erzählen.

Sie ist eben immer noch ein Teil des Lebens in Gröben.

MJ

Internetlink www.kirchenbuch-groeben.de

Internetlink www.kkzossen.de






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